Full text : Die österreichisch-rumänische Zollfrage

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Diese  Zusammenstellung  zeigt,  welch  grosses  Interesse
Oesterreich  am  Abschluss  eines  günstigen  Handelsvertrages
mit  Rumänien  hat,  denn  es  ist  der  am  rumänischen  Aussenhandel
  hervorragendst  betheiligte  Staat.
Vollends  ausschlaggebend  ist  die  Thatsache,  dass  die
Handelsverträge  Rumäniens  mit  Grossbritannien  und  Deutschland ­
  noch  bis  1890,  respective  1891  in  Kraft  stehen.  Es
würde  demnach,  wenn  wir  nicht  im  Stande  wären,  unsere
gerechten  Ansprüche  durchzusetzen,  der  Zollkrieg  beginnen,
ebenso  wie  ihn  das  streitbare  Rumänien  schon  heute  gegenüber ­
  der  Schweiz  und  Frankreich  führt.  Dieser  Zollkrieg
kann  nur  dann  ohne  Ablenkung  des  rumänischen  Handels
nach  Grossbritannien  und  Deutschland  geführt  werden,  wenn
wir  wirksamere  Repressalien  Rumänien  gegenüber  zur  Verfügung ­
  haben,  als  letzteres  uns  gegenüber.  Dass  dies  thatsächlich
  der  Fall  ist,  zeigt  uns  ein  einziger  Blick  auf  die  Karte
Europas;  Oesterreich  ist  eben  —  abgesehen  von  den
Einbruchsstationen  des  Seehandels  —  das  natürliche
Durchzugsland  für  den  Export  und  Import  Rumäniens.
Was  dies  bedeutet,  wollen  wir  späterhin  ausführen.
Doch  darauf  hinzudeuten  sei  uns  schon  hier  gestattet,
dass  die  Volkswirtschaft  unserer  Zeit,  zumeist  weltwirtschaftlichen ­
  Charakters,  grösstentheils  auf  den  Güteraustausch
nach  grösseren  Entfernungen  hingewiesen  ist.  Und  damit
ist  die  Höhe  der  Bahn-,  respective  Seefrachten  ein  Preisfactor
ersten  Ranges  geworden.  Unser  Jahrhundert  kennt  nicht  blos
Zoll-,  sondern  auch  Frachttarifskriege!  Seit  dem  herrschend  gewordenen ­
  Principe  der  Staatsbahn  ist  aber  das  Transportmittel
für  staatliche  Tarifkämpfe  zur  Verfügung  der  Staatsgewalt!
Wohl  mag  es  befremden,  dass  zu  einer  Zeit,  wo  die
beiderseitigen  Vertragsunterhändler  sich  kaum  noch  über  die
Basis  des  künftigen  Vertrages  geeinigt,  schon  so  viel  von
den  Chancen  eines  eventuellen  Zollkrieges  gesprochen  wird.
Anlass  dazu  gibt  aber  die,  wie  schon  berührt,  durchaus
feindselige  Haltung,  die  Rumänien  in  den  letzten  Jahren  uns
gegenüber  auf  allen  Gebieten  eingenommen.  Bei  den  ver-
            
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