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peinliche Durchführung der Desinfection in den verseuchten
Gehöften, sondern auch um schonungslose Keulung der
übrigen gefährdeten Thiere. Nur hierdurch wird der Seuche
ein meist unüberschreitbarer Damm entgegengesetzt.
Schon die Diagnose der Rinderpest ist mit Schwierigkeiten
verbunden, einerseits wegen der theilweisen Analogie
ihrer Symptome mit denen anderer Krankheiten, andererseits
wegen des verschwommenen, milderen Charakters, den ihr
Verlauf bei den rumänischen und russischen Steppenrindern
annimmt.
Hören wir darüber das Urtheil Roll’s („Die Thierseuchen”
S. 93):
„Die Annahme, dass die Rinderpest bei dem Steppenvieh
in Folge der Unbilden des Marsches und anderer
Schädlichkeiten überall sich originär entwickeln könne,
wurde andererseits durch die Thatsache aufrecht
erhalten, dass unter anscheinend gesunden und deshalb
zum freien Verkehr zugelassenen Steppenheerden
erst einige Zeit, nachdem sie aus Russland übergetreten,
evidente Erkrankungen an der Rinderpest
çonstatirt werden konnten, und dass dann durch solche
Heerden die Pest weithin verbreitet wurde. Die geringfügigen
Erscheinungen, unter denen die Krankheit
bisweilen bei Thieren der Steppenrace auftritt, und der
häufig sehr milde Verlauf der Krankheit macht es
selbst einem sehr erfahrenen Veterinär oft
genug schwierig, ja in vielen Fällen unmöglich,
zu unterscheiden, ob in einer bestimmten Heerde Steppenviehes
ein pestkrankes Rind sich befinde oder nicht.
Derlei leicht erkrankte, anscheinend unverdächtige
Thiere sind aber gleichwohl im Stande, andere Stücke
zu inficiren und auf diese Weise die Seuche zu verbreiten.
Und was sollen wir im Uebrigen von der Veterinärpflege
eines Landes halten, die den Rinderimport aus
Russland — für seine permanente Verseuchung gaben wir
im Vorigen schon Belege — ohne Protest zulässt. So lange
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