Full text : Die österreichisch-rumänische Zollfrage

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Wird  er  aber  so  bedeutend  ermässigt,  dass  die  dem  Bedarfsorte ­
  näher  gelegenen  Gegenden  dadurch  benachtheiligt  sind,  ist
er  nicht  blos  relativ  für  das  Tonnenkilometer,  sondern  auch
absolut  niedriger  gestellt  für  die  entfernteren  Orte,  dann
wird  er  von  schwerem  Schaden  begleitet  sein,  dann  wird
sein  Bestand  die  absurdesten  Verhältnisse  herbeiführen.
Unter  den  herrschenden  Tarifen  war  eine  ganz  besondere
Routine  im  Speditionsfach  nöthig,  um  die  Waare  zu  nicht
überflüssig  hohem  Tarif  befördern  zu  müssen.  Es  erheischte
da  eine  genaue  Kenntniss  der  Tarifabmachungen  der  einzelnen ­
  Bahnen  untereinander,  die  dann  meist  dazu  rieth,
die  Waare  nicht  direct,  sondern  über  eine  längere  Strecke
einen  Umweg  gehen  zu  lassen;  dadurch  wurde  man  oft  bedeutender ­
  Tarifermässigung  theilhaftig.  Erst  in  den  letzten
Wochen  scheint  hierin  der  Erlass  des  gegenwärtigen  Leiters
des  Handelsministeriums  eine  Aenderung  zum  Besseren  gebracht ­
  zu  haben.
Dieser  Erlass  fordert  nämlich  unsere  Bahnen  dazu  auf,
in  Hinkunft  den  Tarifsatz  für  die  lange  Strecke,  wenn  auch
relativ,  so  doch  me  absolut  niedriger  als  für  eine  andere
kürzere  Strecke  zu  erstellen.
Freilich  konnte  dies  vorderhand  nur  auf  die  Inlandstarife
Anwendung  finden.
Aehnliche  Massnahmen  sind  aber  auch  unbedingt  für  die
Frachtentarife  der  ausländischen  Bahnen  nöthig.  Es  darf,  wenn
anders  die  beabsichtigte  Wirkung  des  Zollvertrages  nicht
direct  vereitelt  werden  soll,  nicht  angehen,  dass  der  Verbandstarif ­
  mit  der  ausländischen  Bahnunternehmung  niedriger
bemessen  ist  für  eine  oft  viel  längere  Strecke,  als  unser
Inlandstarif.  Im  anderen  Falle  würden  wir  auch  in  diesen
Tarifabsurditäten  eine  Importprämie  erblicken  müssen.
Wenn  der  bis  zum  Jahre  1884  bestandene  deutschrumänische ­
  Verbandstarif  den  Metercentner  Eisen  von  Essen
nach  Galatz  (2090  Kilometer)  für  3  fl.  2  kr.  beförderte,  während
für  dieselbe  Waare  und  Menge,  wenn  sie  von  Prag  nach
Galatz  (1541  Kilometer),  also  auf  eine  um  549  Kilometer
            
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