Full text: Die österreichisch-rumänische Zollfrage

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auswärtigen Politik zu suchen ist, dass ferner mit dem Zoll 
krieg meist auch eine Erkaltung der gegenseitigen Beziehungen 
zwischen den betreffenden Staaten verbunden ist 
Hat die auswärtige Politik in dieser Frage mehr zu sagen 
als die Rücksicht auf unsere Production, und kann sie von 
einer Nachgiebigkeit auf dem Gebiete unseres Handels mit 
Rumänien einen Erfolg auf ihrem eigenen Boden erwarten, 
dann müsste — und auch dann freilich nur in wohl zuzu 
messendem Umfange — vielleicht doch ein Theil der rumä 
nischen Wünsche erfüllt werden. 
Begännen wir den Tarifkrieg mit verbündeten oder 
befreundeten Staaten, wir erwähnen da beispielsweise 
Deutschland und Serbien, so könnte das Auswärtige Amt 
sein Veto einlegen, denn hier bestehen freundschaftliche 
Gefühle, hier kann von einer möglichen Erkaltung die 
Rede sein. 
Bei einem Staate wie Rumänien aber ist weniger Vor 
sicht nöthig, denn dort haben wir an Liebe nichts zu 
verlieren, wohl aber an Achtung und Respect zu 
gewinnen! 
" Rumänien nährt eine Irredenta, die durch Zollbegünsti 
gungen nicht zu gewinnen sein wird. Eine „Schulbücher- 
Revision”, in diesem Lande durchgeführt, würde sehr 
Interessantes zu Tage fördern! Es ist ein Öffentliches Ge 
heimnis;, dass die rumänischen Schulatlanten Theile Sieben 
bürgens und der Bukowina als rumänisches Gebiet ver 
zeichnen. Die rumänische Jugend glaubt, soweit sie über 
haupt Schulen besucht, an diese heute freilich erst in den 
Schulbüchern, also ohne Schwertstreich erfolgte Annexion, 
denn sie wird ja in der Schule als vollzogen gelehrt. Und 
erinnern wir schliesslich noch an die panromanischen Publi- 
cationen, die vor nicht langer Zeit von geschickter Hand weit 
hinein nach Ungarn lancirt wurden! 
Gewiss, Oesterreich-Ungarn ist dort weder jetzt beliebt, 
noch sollte es daran denken, die Liebe erkaufen zu 
können.
	        
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