fullscreen: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

IL. Adfhnitt: Inhalt der Schukldverhältnifje, 
5, 673 Biff. 8, Hecht 1907 S. 1396 ZT 3454, ©. Yur., 1907 S, 1257, 
Richtiger ROSS, in Sruchot, Beitr. Bd. 49 S. 931 ., Sur. Wicdhr. 1905 
S, 170 Nr. 9, Recht 1905 S. 250 Mr. 1104. 
Eine Kontroverfe beftebt dahin, ob ZureMnungsfähigfeit des Be- 
Ichädigten vorauszı) eben, insbejondere ob 8 829 analog an- 
wendbar jei? Endemann, Sehrb. II S. 757, Rümelin S. 145 ff, nehmen 
Aırmendharkeit des S 254 auch Sn einem SE an. 
Vol. HR Pfizer, D. Yur.3. 1904 S. 713 ff.; DLOG. Stuttgart in Württ. I. 
85. 16 S. 273, 274; Neumann, Iahrb. 3. Jahrg. (1905) S, 96. Dagegen 
val. Schollmeyer 11 S. 42. Scheinbar En auch NOS. vom 11. Viat 
1903, Sur. Wichr. 1903 Beil. S. 90, NOS, Did. 54 S. 407. Val. auch ROGE. 
Bo. 50 S. 66. 
Unfer Standpunkt {ft EEE die unmittelbare Anwendung des 
3 254 gegenüber UnzurechnungSräbigen ijt durch den Wortlaut des SGejehes 
au8gejchioffen ; denn von einem Zerjhulden kann bei einem Geiftesfranten 
nicht die MKede fein, auch nicht in dem nicht ftreng juriftifchen Sinne. 
‚Auch eine analoge Anwendung des S 829 it ausgefchloffen, AU. M. 
freilich Träger a. a. OD. ©. 340. Dagegen ijt die ratio legis, Das Prinzip 
Des 5 254, Toweit e8, als SGefichtspunkt der adäguaten Kautalität zu 
fennzeichnen it, au bei objeftib unvorherfehbarem, ganz unerwartetem, 
unmwahricheinlichem Berhalten eines UnzurednungSiähigen zu Dberücd- 
üchtigen. Bal. NOS. Bd. 1 S. 276, Bd. 2 S. 14, Bd. 44 S. 27. (Der hier 
jur Anwendung gebrachte SGefichtspunkt der höheren Gewalt {ft vom Stand- 
punkte des adäquaten Kanfalzujammenhangs NE en 
Nidht in Wideripruch biemit {tehen ROS. Bd. 51 S, 275, NRedHt 
1,903 S. 526 (NOS. vom 23. Mai 1903), Iur. Wichr, 1903 Beil. S. 101. 
Sofern nämlich das Verhalten eines Unzurechnungsfähigen nicht ganz aus 
sem Rahmen der objektiven Tahricheinlichteit EL ift zur unmittel- 
5aren Anwendung des S 254 allerdings die Borfchrift des S$ 828 Ubi. 2 
individuelle Brütung der NEE erforderlich. 
Keinentalls ift Gefhäftsfäbhtgkeit des VBefchäbigten, vielmehr nur 
Deliktsfähigkeit zu fordern; dem entmündigten Berfchwender 3. B. gegenüber 
ijt $ 254 anwendbar. Sol Schollmeyer I1 S, 42. . 
Außer Zweifel {teht die Möglichkeit eines „Verfhuldens“ nicht un- 
BefOränft geidh ee CO er eri onen unter entifp U er 
Unwendung des S 828 BGB. NGE im „Recht“ 1908 11 Si 2627; 
Sur. Wichr. 1908 S. 522 Ziff. 6, D. Iur.8. S. 971, ROS. Bd. 68 S. 423, 
Hecht 1908 11 Biff. 3750. 
Die Verfjebung in den Zufjtand der Trunkenheit Kfann N O 
verftändlich al8 mitwirfendes Verjchulden in Frage kommen. Val. ROLE. 
in Seuff. Arch. Bd. 60 S. 353, 354; Iur. Wicdhr. 1905 S. 229, 230; Recht 
1905 ©. 280 Biff. 1265. 
Bezüglich des fog. Konkurrierenden VBerichuldens eines Tierhalter5 
vol. au KROC. vom 27. November 1903 in Zur. Wichr. 1904 S, 57. Die 
nicht durch ein fubjektives Berfchulden bedingte, aber A ete 
Beraniwortlichfeit des Beihädigten für eine hei der ntitehung Des 
Schaden8 mitwirfende Tatjadhe it einem „Berfhulden“ im Sinne 
diejes Baragraphen gleichzuftellen. Dies ergibt * durch analoge 
Ausdehnung aus der ratio legis, Val. NOGE. Bd. 67_S. 120 f.; Sur. 
Wichr. 1908 S, 40 Ziff. 15; ROGE. in D. Iur.3. 1908 S. 537. (Analoge 
Anwendung bei gegenfeitiger BerleBung unter Zieren). 
Das VBerfchulden des Befihädigten muß Kaufal im Sinne der zu 
veidhenden Bedingung gewefen jein, daher 3. SD. ift keine DVerurfacdhung 
de8 Unfalls durch eigenes Berjchulvden de8 betrunken geweienen VBerlegten 
‚eitzuftellen, wenn bei der mangelhaften en, auch ein nüchterner 
Mienich unter den DS hätte geraten fönnen. KOE. vom 27, Februar 
[902 in Sur. Wichr. 1902 Beil. 212 Yr. 55. 
3. Schadensverteilung, Unterbrechung des KaufalzufammenhangsS, Durch 
3 254 ijt der Michter ermächtigt, je nach den Umfitänden, d. bh. auf ©rund einer unter 
Berückfichtigung aller konkreten Verhältnifie erfolgenden Abwägung der mitwirkenden 
Urfachen Jowohl die Verpflichtung zum Erfage nur teilweife zu bejahen, teilweije aber zu 
berneinen, al8 auch den Unıfang Des zu leiftenden ErjabesS zu begrenzen. 
„Die Abwägung kann, wenn das Verichulden des Bejchädigten „überwiegt“, auch 
yır völligen Abweihung des Erfabanipruchs führen. AUnfcheinend geht hier das BGB. von 
A.
	        
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