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von Bahnverbindungen die Erschließung des südlichen China
vorzunehmen. Schon der Verkehr innerhalb der SHan-Staaten
würde den Bau einer Bahn lohnen, da nach Mr. Hallet alle
Reisende, welche diese zum größten Theile dem König von Siam
untergebenen Staaten durchwandern, erstaunt sind über die
Menge der nach allen Richtungen hin ziehenden Karawanen.
Der norwegische Arzt Karl Bock, welcher 14 Monate lang
im Lande und am Hofe des Königs Tschulalongkorn
weilte, urtheilt in seinem lesenswerthen Buche „Im Reiche des
weißen Elephanten" folgendermaßen über das Bahnprojekt
Bangko'-Raheng: „Das Land würde sich in Folge des Baues
einer Bahn nicht allein ungemein rasch entwickeln, sondern das
Kapital würde sich auch meiner Ueberzeugung nach sofort hoch
verzinsen. Hier giebt es keine Grundstücke, die theuer gekauft,
leine, die auf dem Wege der Zwangsenteignung bezahlt werden
müßten. Es braucht fast nichts weiter gethan zu werden, als
die Linie abzustecken und Schienen zu legen. Kein Damm,
kein Einschnitt, kein Tunnel ist nöthig, kaum eine Brücke.
Chinesen würden die Arbeit für sehr geringen Lohn ausführen
und sich auch aus möglichen Ueberstunden nicht viel machen."*)
In den französischen Besitzungen Cochinchina, A nam
und T o n k i n g vertreten namentlich die beiden Hamburger
Häuser Speidel und Schröder den deutschen Handel,
welcher an Bedeutung den französischen weit überwiegt. Auch
*) Rach neuesten Berichten scheinen die Engländer den
Deutschen wieder einmal zuvorgekommen zu sein, indem Sir
Andrew Clarke mit der siamesischen Regierung ein Abkom
men getroffen haben soll für den Bau einer Bahn von Bangkok
durch das Mehnam'Thal nach Diahngsen, mit Zweiglinien nach
Korat, Paklay und Zimme.