Full text: Die Deutschen im Auslande

136 
von Bahnverbindungen die Erschließung des südlichen China 
vorzunehmen. Schon der Verkehr innerhalb der SHan-Staaten 
würde den Bau einer Bahn lohnen, da nach Mr. Hallet alle 
Reisende, welche diese zum größten Theile dem König von Siam 
untergebenen Staaten durchwandern, erstaunt sind über die 
Menge der nach allen Richtungen hin ziehenden Karawanen. 
Der norwegische Arzt Karl Bock, welcher 14 Monate lang 
im Lande und am Hofe des Königs Tschulalongkorn 
weilte, urtheilt in seinem lesenswerthen Buche „Im Reiche des 
weißen Elephanten" folgendermaßen über das Bahnprojekt 
Bangko'-Raheng: „Das Land würde sich in Folge des Baues 
einer Bahn nicht allein ungemein rasch entwickeln, sondern das 
Kapital würde sich auch meiner Ueberzeugung nach sofort hoch 
verzinsen. Hier giebt es keine Grundstücke, die theuer gekauft, 
leine, die auf dem Wege der Zwangsenteignung bezahlt werden 
müßten. Es braucht fast nichts weiter gethan zu werden, als 
die Linie abzustecken und Schienen zu legen. Kein Damm, 
kein Einschnitt, kein Tunnel ist nöthig, kaum eine Brücke. 
Chinesen würden die Arbeit für sehr geringen Lohn ausführen 
und sich auch aus möglichen Ueberstunden nicht viel machen."*) 
In den französischen Besitzungen Cochinchina, A nam 
und T o n k i n g vertreten namentlich die beiden Hamburger 
Häuser Speidel und Schröder den deutschen Handel, 
welcher an Bedeutung den französischen weit überwiegt. Auch 
*) Rach neuesten Berichten scheinen die Engländer den 
Deutschen wieder einmal zuvorgekommen zu sein, indem Sir 
Andrew Clarke mit der siamesischen Regierung ein Abkom 
men getroffen haben soll für den Bau einer Bahn von Bangkok 
durch das Mehnam'Thal nach Diahngsen, mit Zweiglinien nach 
Korat, Paklay und Zimme.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.