Full text: Die Deutschen im Auslande

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sie zwischen Provinzen des letzteren besteht, würde bei der ge- 
wältigen Verschiedenheit der Sonderinteressen lediglich als Feffel 
empfunden werden und nur dazu dienen, die gemeinschaftlichen 
nationalen Interessen in den Hintergrund zu drängen. Vor 
allen Dingen müßte der Mutterstaat sich hüten, die Kolonie 
lediglich als Ausbeutungsobjekt zu betrachten. Der freien Ent- 
Wickelung der kolonialen Industrie dürsten keine Schranken ge 
setzt werden und nur so lange diese noch nicht weit genug vor 
geschritten ist, den Bedarf der Kolonisten selbst decken zu können, 
müßten die letzteren veranlaßt werden, die nöthigen Industrie- 
waaren aus dem Mutterlande zu beziehe». Selbst da, wo eine 
politische Einheit in keinerlei Form vorhanden ist, sind tüchtige, 
levenskrästige Kolonien immer von großem Vortheil für den 
Mutterstaat, nicht allein weil die gemeinsame Sprache und 
^ltte, sowie die tausend Bande der Verwandtschaft und Frcund- 
Miaft, welche die Kolonisten mit den Zurückgebliebenen ver 
knüpfen, erstere schon von selbst veranlassen, ihren Waaren- 
bedarf aus der Heimath zu beziehen, sondern vor allen Dingen, 
weil, wie schon bemerkt wurde, eine entwickelungsfähige Kolonie 
einen unmittelbaren Zuwachs der Nation an Macht und Größe 
bedeutet. Stets sollten Zurückgebliebene sowohl wie Kolonisten 
dessen gedenken, daß sie Kinder eines Stammes sind, welche in 
dem großen Völkerkampfe, der immer heftiger zu entbrennen 
droht, die Pflicht haben, fest zu einander zu halten. 
Von den Ackerbaukolonien sind — was häufig verkannt 
">lrd — die Handelskolonien durch und durch verschieden. 
Handelskolonien sind Gebiete, welche unter staatliche Oberhoheit 
Gestellt sind, um die in ihnen befindlichen Märkte dem heimischen 
Handel und der heimischen Industrie zu sichern. Man nennt 
auch wohl einfache Handelsniederlassungen Handelskolonien;
	        
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