Contents: Die Deutschen im Auslande

23 
nationalen Wohlstandes verbunden. Gegen Ende des Mittel- 
alters war Deutschland das reichste Land der Welt, sein Handel, 
seine Schiffahrt, seine Gewerbe standen in höchster Blüthe, die 
deutsche Hansa beherrschte die Meere, die Kaufherren der mäch 
tigen süddeutschen Ltädte sandten ihre Waaren bis zum fernen 
Fabellandc Indien. Gerade zur unrechten Jeit verschwanden 
diese Herrlichkeiten. Als Portugiesen. Spanier. Holländer, 
Franzosen, Engländer die neu entdeckten überseeischen Länder 
und Handelsstraßen in vollem Maße ausnutzten, verzehrten die 
Deutschen ihre Kräfte in inneren verheerenden Kriegen. Teutsch- 
land. früher weltberühmt durch den Reichthum seiner Städte, 
den Kunst- und Gewerbefleiß seiner Bürger, verarmte und sank 
bald herab zu einem wirthschaftlichen Schleppträger Groß- 
bntanniens; es wurde für England, was vordem England für 
die Hansa gewesen war: ein Ausbeutungsgegcnstand. Doch auch 
aus dieser Erniedrigung auf wirthschaftlichcm Gebiete raffte das 
deutsche Volk sich empor. Seit den zwanziger Jahren dieses 
Jahrhunderts, seitdem die K ö n i g l i ch p r e u ß i f ch e R e g i e r u n g 
die wirthschaftliche Einigung Deutschlands — außer Oesterreich — 
mit Erfolg anbahnte, ist die deutsche Industrie, der deutsche 
Handel in stetem Aufschwünge begriffen, und dieser Aufschwung 
nahm eine staunenerregende Ausdehnung an, als der wirth- 
schaftlichen Einigung die politische folgte und nunmehr die 
deutsche Nation mit Hülfe der stärksten Kriegsmacht der Welt 
und einer Achtung gebietenden Marine ihren Angehörigen in 
Europa sowohl wie in den fernsten Ländern und Meeren den 
wirksamsten Schutz zu gewähren vermochte. Jetzt ist die deutsche 
Exportindustrie nächst der englischen die größte der Welt und 
an allen Ecken und Enden wird die wirtschaftliche Weltherr 
schaft Englands, dank dem Unternehmungsgeiste und der Rührig-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.