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Gewalt wider Gewalt
Außer mit den Fischereien wurden in Neu-England, wie
auch anderwärts in den Kolonien, auch mit der Verschiffung
von Nutzholz bedeutende Vermögen verdient. Energische
Händler konnten die Indianer und die Grundbesitzer leicht
übervorteilen, indem sie ihnen das Privileg abkauften,
Holz zu fällen. In einigen Fällen, vor allem in New Hamp-
shire, worauf Allen Anspruch erhob, wurde das Nutz-
holz einfach ohne Erlaubnis erbeutet. Man sagte sich,
man dürfe Gewalt mit Gewalt, Betrug mit Betrug ent-
gelten. Allen hatte die Provinz durch Gewalt und durch
Bestechung bekommen; er sollte den Holzfällern nur Ein-
halt gebieten, wenn er es wagte! — Holz zum Schiffbau
wurde in den europäischen Häfen eifrig gefragt. Von
sınem Bostoner Kaufmann wird berichtet, er habe eine
Ladung von diesem Holz nach Lissabon verschifft und
bei einer Ausgabe von 300 Pfund Sterling einen Verdienst
von 1600 Pfund Sterling eingestrichen. „Einige von den
Salemer Kaufleuten,‘ berichtete Bellomont 1700 nach
London; „befrachten ein Schiff jetzt mit 12000 Fuß von
dem edelsten Schiffsholz, das man je sah.‘
Um diese Zeit entwickelte sich auch der Walfischfang
und warf große Verdienste ab. Ursprünglich verfuhr man
so, daß man den Wal von einem Ausguck an der Küste
sichtete, ein Schiff loslöste, ihn erlegte und mit dem Ka-
laver an die Küste zurückkehrte. Aus der Specklage gewann
man den Tran und verkaufte ihn sogleich. Als die Wale um
Neu-England herum selten wurden, wagten sich die Wal-
üschfänger in kleinen Fahrzeugen auf den Ozean. In
fünfzig Jahren gingen mindestens sechzig Fahrzeuge bei
dem Wagnis verloren; allmählich baute man immer größere
and größere Schiffe, bis man begann, Kap Horn zu um-
segeln, und manchmal anderthalb bis drei Jahre unterwegs
olieb. Die Anstrengungen einer solchen Fahrt wurden oft
reich belohnt mit tausend Tonnen Walrat und 250 "Ton-
aen Tran.