Full text : Schutz dem Arbeiter!

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III.  Beschränkung  der  Arbeitszeit  (WnXilnat-Arbeitstag).
Der  Arbeitgeber  als  Käufer  der  „Waare"  Arbeit  strebt  naturgemäß
dahin,  möglichst  billig  zu  lausen,  resp.  für  den  bedungenen  Arbeitslohn
eine  möglichst  hohe  Arbeitsleistung  zu  erzielen.  Der  Arbeiter  läßt  sich
in  erster  Linie  durch  die  Höhe  des  Arbeitslohnes  —  des  durchschnittlichen
Tagesarbeitsverdienstes  —  bestimmen,  und  ist  meistens  eher  geneigt,  über
das  normale  Maß  der  Arbeit  hinaus  zu  arbeiten,  als  etwas  an  seinem
Einkommen  einzubüßen.  Der  Arbeitgeber  aber  gibt  diesem  Weg  ebenfalls
um  so  mehr  den  Vorzug,  als  mit  der  Steigerung  der  Arbeitsleistung  auch
die  Gesammt-Production  und  damit  der  G  esamini-Gewinn  steigt,
während  das  zu  verzinsende  und  zu  amortisirende  stehende  Capital
dasselbe  bleibt,  und  das  Betriebscapital  wenigstens  nicht  in  dem  entsprechenden ­
  Verhältnisse  vermehrt  zu  werden  braucht.
Die  Steigerung  der  Arbeitsleistung  ist  aus  doppeltem  Wege  möglich:
einerseits  durch  intensivere  Anspannung  der  Arbeitskraft,  anderseits
durch  Ausdehnung  der  Arbeitszeit.  Ersteres  wird  vor  allem  erzielt
durch  Accordlöhnung  und  durch  Gewährung  von  Prämien  bei  höhern
Leistungen.  Nicht  immer  jedoch  läßt  sich  die  Leistung  in  Zahl  und  Maß
ausdrücken,  weder  bezüglich  der  Quantität,  noch  weniger  bezüglich  der
Qualität.  Die  Qualität  leidet  gewöhnlich  bei  der  Accordberechnung.
Außerdem  hat  die  intensive  Steigerung  der  Arbeitsleistung  ihre  Grenzen,
zumal  in  den  Industrien,  in  welchen  die  Maschine  von  maßgebendem
Einfluß  ist.
Die  socialdemokratischen  Fachvereine  sind  meistens  scharfe  Gegner  der
Steigerung  der  Arbeitsleistung  durch  Accordlöhnung.
Dieselben  verlangen  vielfach  sogar  ein  gesetzliches  Verbot.  Die  tüchtigen,
steißigen  Arbeiter  geben  dagegen  meistens  der  Accordlöhnung  gegenüber
der  Zeitlöhnung  den  Vorzug.  Wenn  man  die  Arbeitsleistung  bloß  als
„Waare"  betrachtet,  so  kann  man  die  Accordlöhnung  sogar  als  die  gerechtere ­
  Form  betrachten.  —  Die  Bedenken  der  Socialdemokratie
bewegen  sich  in  einer  doppelten  Richtung.  Ein  Mal  sind  die  Unternehmer ­
  leicht  geneigt,  sobald  der  Verdienst  der  Accordarbeiter  über  dell
Durchschnitts-Tagelohn  der  betreffenden  Arbeitsklasse  hinausgeht,  die
Accordsätze  pro  Einheit  herabzusetzen,  so  daß  nun  die  Mehrleistung
gegenüber  der  Durchschnittsleistung  nicht  mehr  bezahlt  wird;  anderseits
besteht  die  Gefahr  der  Ueberanstren  gung  —  einer  Anspannung  der
            
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