Full text : Schutz dem Arbeiter!

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thätigung  ber  sittlichen  Gemeinschaft,  des  Geistes  der  Ordnung
und  der  Kameradschaft,  wenn  notorische  Trunkenbolde,  Verschwender,
die  alles  durchbringen  und  ihre  Familien  darben  lassen»  leichb
sinnige  Schuldenmacher,  Raufbolde  und  Messerhelden,  nachdem  SS#'
Warnungen  sich  als  vergeblich  erwiesen,  aus  der  Fabrikgemeinschaft  aus'
geschlossen  werden;  wenn  bei  grober  Verletzung  der  Kamerad  schaff
lichkeit,  Streitigkeiten,  Schlägereien  re.  die  Betheiligten  zur  Ver'
antwortung  gezogen  event,  bestraft  oder  entlassen  werben.  Besonder
aber  wird  sich  die  erziehliche  Fürsorge  auf  die  jugendlichen  Arbeiter
erstrecken:  daß  sie  innerhalb  wie  außerhalb  der  Fabrik  die  ihrem  Älter
geziemenden  Schranken  innehalten  —  Verb  ot  d  es  Wirthshaus'
besuches,  des  Rauchens  re.  —,  daß  sie  den  ältern  Arbeitern
Achtung  begegnen,  sich  eines  gesitteten  Betragens  befleißigen^
nicht  vorzeitig  ein  Verhältniß  anknüpfen!  —  und  auch  in  ihrem  Beruß
sich  durch  Strebsamkeit  und  Fleiß  auszeichnen.
Das  dankbarste  Gebiet  gemeinsamer  Arbeit  für  Arbeitgeber
und  Arbeiter-Ausschuß  bietet  sich  aber  bei  Einführung  und  Verwaltung
der  zum  Besten  der  Arbeiter  bestimmten  Wohlfahrts-Einrichtu  ngerr-Kassen
  re.  Selbst  hier  gilt,  was  Herr  Oechelhäuser  ausführt:  „8^
die  Bevormundung  erntet  der  Arbeitgeber  ni  e  ma  ls  Dank,
auch  wenn  seine  Absichten  und  deren  Durchführung  die  vortrefflichste"
sind."  „Wenn  dagegen  der  Arbeiter  weiß,  daß  dergleichen  Maßnahme"
ober  Neuerungen  schon  seinen  Vertrauensmännern  vorgelegen  haben,  ß
wird  er  die  leitenden  Intentionen,  die  ja  doch  immer  darauf  hinziele"'
sein  Wohl  zu  fordern,  auch  gern  darin  erkennen,  während  er  sonst  vermöge ­
  seines  steten  Mißtrauens  mit  Vorurtheil,  mit  gänzlichem  Mißver'
Verständniß,  wenn  ilicht  mit  Widerwillen  an  die  Befolgung  der  Verordnungen ­
  gegangen  sein  würde."  („Durchführung  der  socialen  Aufgaben-Berlin
  1888.  S.  23).  Hier  liegt  in  der  That  der  Grund,  wenn  i"
viele  Fabricante»  mit  ihren  Wohlfahrts  -  Einrichtungen  schlechte  Ersah'
rungen  machen  —:  wenn  Menagen,  Consum-Anstalten  nicht  bettntzl
werden,  und  unter  den  Arbeitern  gar  der  Verdacht  herrschend  ist,  ball
Arbeitgeber  und  Beamte  sich  daran  bereicherten,  während  ^
Arbeitgeber  thatsächlich  vielleicht  große  Opfer  bringt;  wenn  die  Fabrik'
Sparkassen  absichtlich  gemieden  werden,  weil  sonst  der  Arbeitgeber
die  Löhne  herabzusetzen  geneigt  sein  könnte;  wenn  die  Beitrüge  ¡5" 1
Krankenkasse,  Arbeiterkasse,  Zwangssparkasse  re.  einfach  als  willkürliche
Abzüge  betrachtet  werden;  wenn  Bade-  und  Wasch-Einrichtunge"'
Ventilations-,  Schutz-Einrichtungen  re.  unbenutzt  bleiben,  ja  vielles
als  Belästigung  empfunden  werden;  wenn  überhaupt  in  so  vielen  Fabrik"
die  prunkenden  Wohlfahrts-Einrichtungen  bloß  auf  dem  Papier  stehe"'
            
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