Full text : Schutz dem Arbeiter!

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nicht  leben  und  wirken.  Wenn  die  Wohlfahrts-Einrichtungen  ihren
olveck  erfüllen  sollen,  dann  ist  die  erste  Bedingung,  daß  sie  verstanden
^den,  und  daß  die  Arbeiter  selbst  möglichst  zur  verantwortlichen  Mit-"'îrkuttg
  herangezogen  werden.
Bei  vielen  Wohlfahrts-Einrichtungen  ist  ein  A  rb  ei  t  e  r  -  Au  sschu  ß
}? r  nicht  zu  entbehren.  Nehmen  wir  z.  B.  die  Einrichtungen  zuin
Schutz  der  elterlichen  Autorität:  die  Einführung  von  Lohn»
schern  für  Minderjährige,  das  Verbot,  das  Elternhaus  zu  verlassen  rc.
ļT  ìn  zahlreichen  Fällen  ist  die  Durchführung  nicht  möglich,  sei  es,  daß
>e  Eltern  nicht  ant  Orte  wohnen,  sei  es,  daß  der  Vater  alles  durchgingt ­
  re.  In  diesem  Falle  muß  in  anderer  Weise  für  Controle  und
gliche  Ueberwachung  gesorgt  werden,  und  das  ist  die  Aufgabe  des
Westen-Rathes.  Nehmen  wir  den  Sparzwang:  in  manchen  Fällen
die  häusliche  Noth  so  dringend,  daß  von  Sparzwang  nicht  die  Rede
îb'n  kann  und  selbst  der  angesammelte  Sparsonds  angegriffen  werden
^uß.  Will  in  allen  diesen  Fällen  der  Arbeitgeber  persönlich  entscheiden?
kennt  die  Verhältnisse  nicht,  hat  auch  unmöglich  Zeit,  dieselben  zu
^üfen,  und  würde  jedenfalls  mit  den  Anschauungen  der  Leute  in  Connut ­
  kommen.  Wozu  will  er  sich  die  Last  und  Verantwortung  aufladen?
Das  besorgt  der  „Ausschuß"  viel  besser.
^  In  der  Fürsorge  für  die  kranken,  unterstützungsbedürftigen  Arbeiter
et  Fabrik  werden  Arbeitgeber  und  Arbeiter  -  Vertreter  am  ersten  den
^Ntralen  Boden  sinden,  um  die  Gegensätze  zu  vergessen,  sich  die  Hand
^  Zeichen  in  der  gemeinsamen  Theilnahme  und  Fürsorge  für  den  „Genossen"
er  Fabrikgemeinschaft.  Darin  beruht  auch  vor  allem  die  Bedeutung
^'kr  besonderen  Fabrik-Krankenkasse  und  empfiehlt  es  sich,  den
.Erstand  dieser  oder  einer  ähnlich  wirkenden  Kasse  („Arbeiter-Unterîìltzungs-
  und  Vorschußkasse",  „Familien-Krankenkasse  re.)  mit  den  Aussen ­
  eines  „Arbeiter-Ausschusses"  überhaupt  zu  betrauen.  Für  die
^'Wallung  dieser  Kassen  werden  die  Arbeiter  schon  von  selbst  solide,
î^ìge,  wohlwollende  und  einsichtsvolle  Männer  deputiren,  da  es  sich  ja
^  ihre  eigenen  materiellen  Interessen  handelt  und  sie  recht  gut  wissen,
^  die  Schwätzer  und  Agitatoren  praktisch  am  wenigsten  leisten,  während
***  den  Arbeiter-Ausschuß,  dessen  Aufgaben  sehr  in's  Allgemeine  gehen
?d  leicht  mißverstanden  werden  können,  zunächst  vielleicht,  sei  es  aus
•  ^erstand,  sei  es  auch  aus  Bosheit,  gerade  demokratische  Elemente  ent-^lldet
  werden  könnten.  Was  aber  noch  wichtiger  ist:  die  Verwaltung
j Cr  Krankenkasse  gibt  mehr  Gelegenheit  zu  Sitzungen.  So  kann
^ohl  der  Arbeitgeber  wie  das  einzelne  Mitglied  je  nach  Anlaß  die
geschiedenen  Angelegenheiten  auch  bald  ohne  besondere  Belästigung  zur
brache  bringen,  während  ein  Arbeiter-Ausschuß,  der  solcher  materieller
            
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