Verhältnis von Kapital und Arbeit 103
lung der Arbeiter gegenüber den Aktionären, die mit dem
Unternehmen nur durch ihre Dividende verbunden sind, tut.
Diese Bewegung hat seit der kurzen Zeit ihrer Einführung
schon einen ganz erstaunlichen Umfang angenommen, und
bei manchen großen Gesellschaften befindet sich bereits die
Hälfte der Aktien, mitunter auch mehr in den Händen der Ar-
beiter. Diese Interessengemeinschaft zwischen der Leitung und
dem Arbeitnehmer ist oft noch dadurch enger geworden, daß
man Arbeiterräte einführte — die ersten im Jahre 1910 in
der Bekleidungsindustrie — oder auch eine Form der Ver-
waltung schuf, bei der neben der Leitung ein Senat und ein
Repräsentantenhaus bestehen, die aus Wahlen der Arbeiter
hervorgehen 149. Andererseits suchen auch die einzelnen Un-
ternehmungen in einem Kontakt miteinander zu kommen und
an die Stelle eines Kampfes ein Zusammenarbeiten zu setzen ;
man teilt sich untereinander die Erfahrungen mit, die man auf
irgendeinem Gebiete gemacht hat, gibt Einblick in die Pro-
duktion und die Produktionskosten, man hält es für ein un-
wirtschaftliche Vorgehen, Ideen zu monopolisieren, und Han-
delsgeheimnisse werden als Popanz angesehen *°°.
Bei einer Firma, die wegen ihrer besonders ausgezeichneten
Wohlfahrtseinrichtungen für ihre Angestellten und Arbeiter
sehr bekannt ist, befindet sich in dem für den Empfang von
Besuchern bestimmten Raum ein großes Plakat mit der In-
schrift: „It pays!“ 151 Dies dürfte in den weitaus meisten
Fällen den Anstoß für die Gesinnungswandlung abgegeben
haben, deren Symptome soeben skizziert worden sind. Nicht