§ 9. 10. Erlangung der Güter. Verkehr. 13
kann sich jener Fleisch und Felle leichter verschaffen als Waffen,
und dieser umgekehrt letztere. Der für Beide vortheilhafte . Um
tausch von Wildpret und Bewaffnung liegt da sv nahe, daß
unvermeidlich darauf verfallen werden muß.
Ebenso natürlich ist es, das; am Strande hausende Fischer,
im Waldgebirge streifende Jäger, grasreiche Ebenen durchziehen e
Nomaden und in bebauten Gefilden heimische Ackerbauer, oder
überhaupt in verschiedenartig begabten Landstrichen Sässige,
sobald sie sich räumlich begegnen, solche Befriedigungsmittel unter
einander vertauschen, welche die Einen reichlich haben, während
cs den Anderen daran fehlt.
Die sv eintretende Möglichkeit, durch Tausch mancherlei Güter
erlangen zu können, deren unmittelbare Selbstbeschaffung völlig
unmöglich oder doch höchst schwierig wäre, begünstigt nachher
wieder, das; der Bedürfnißkreis sich weitet.
Mit Mehrung jener Ungleichheiten und zunehmender
Erweiterung des Bedarfs wird daher das Tauschen nicht
nur immer unentbehrlicher, sondern bei somit allgemein
wachsender Tauschbedürftigkeit zugleich auch möglicher.
Jedermann ist weiterhin darauf angewiesen, einen mindestens
erheblichen Theil der zu seiner Bedürfnißbesriedigung gebrauchten
Güter tauschweise zu erlangen zu suchen. Und damit, das; nun
Alle das Tauschen nöthig haben, d. h. tauschbcdürftig sind, ver
mehren sich gleichzeitig die Fälle, in denen ein gegenseitiges,
einander entsprechendes Tauschverlangen sich begegnet.
Verkehr.
§ 10.
In dem Maße nun, in welchen! das Tauschen üblicher
wird, entwickelt sich eine fortgesetzte Verbindung durch
wechselseitigen Güteraustausch, der Verkehr.
Derselbe entsteht in Folge gegenseitiger Tauschbedürftig-
keit der nebeneinander Lebenden von da an, wo es aufkommt,
nicht blos zufällig und ausnahmsweise, sondern regelmäßig
selbstbeschaffte Güter zu vertauschen und zur Befriedigung der
eigenen Bedürfnisse begehrte einzutauschen. Je allgemeiner