Full text: Schutz dem Arbeiter!

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. Ģch mit dem 14. Jahre aufgehört hat, als Arbeiterinnen in die Fabriken eintreten und 
fu denselben wo möglich bis zu ihrer Verheirathung verbleiben. Von der Mutter haben 
!>e weder Kochen noch Haushalten gelernt, und so machen sie es genau wieder so wie die 
Cutter. Die Kinder, bisweilen von mehrern Familien, werden einer alten Großmutter 
°^r Wartefrau überlassen, welche dieselben aufpäppeln und besorgen muß: oder es werden 
le Säuglinge früh vor 6 Uhr nach der »Krippe« getragen und des Abends nach 7 Uhr 
ļļ 0 " da wieder abgeholt, mag die Witterung sein wie sie will. Die Kinder von über 
ïc ’ bis sechs Jahren können cuid) der Kinderbewahr- und -Beschäftigungs-Anstalt zu den- 
selben Zeiten überbracht werden; dagegen sind die über sechs Jahren außer der Schul- 
şiît sich selbst überlassen. Keine dieser Anstalten ist im Stande, die feh- 
ende Mutter zu ersetzen. Daß es dabei mit dem leiblichen Wohle solcher Kinder 
"icht zum Besten bestellt ist, beweist auch die zunehmende Sterblichkeit der Kinder 
unter einem Jahre. Die Hauptschuld daran trägt die mangelhafte Pflege und 
""zweckmäßige Ernährung der Kleinen, weit seltener ungesunde Wohnung, denn 
ļ e,t einem Jahrzehnt haben sich die zuständigen Behörden und Baumeister bemüht, auch 
c " Fabrikarbeitern gesunde Wohnhäuser zu errichten. Was nützt aber die bestange- 
Eñtc Wohnung, wenn die Bewohner solche durch Reinhaltung und Lüftung nicht 
mubcr zu halten wissen? Denn wenn Mann und Frau wcrktagsüber in Fabriken beschäf- 
'9* sind, so wird erst am Sonn- oder Feiertage die nothwendigste Reinigung, und wenn 
Whr warm ist, auch die Lüftung des Zimmers vorgenommen. Die Kinder, welche weder 
ln ber Krippe, noch in der Beschäftigungs-Anstalt untergebracht sind, werden, wie schon 
9Ģgt, während der Abwesenheit der Mutter der Obhut einer andern im Hause wohnenden 
àu anvertraut. So kommt es, daß die Kinder von mehrern Familien in einem 
"immer beisammen sind. Erkrankt ein solches der mütterlichen Pflege und Auf- 
"wrksamkeit entbehrendes Kind an einer acuten Jnfections-Krankheit, so wird dieselbe ge 
wöhnlich erst spät, erst wenn die ausgeprägtesten Zeichen einer ernsten Krankheit vorhanden 
!'"b, wahrgenommen. Inzwischen ist ein zweites oder drittes Kind in demselben Hause 
'"şicirt, und es entsteht und verbreitet sich eine En- oder Epidemie, deren Weitergreifen 
ärztlicherseits schwer zu hindern ist. Wäre die eigene Mutter nicht tagsüber 
ln ber Fabrik beschäftigt, so würde sie die Erkrankung ihres Kindes früher bemerkt 
""d ärztliche Hülfe in Anspruch genommen haben, es würde dann weiterer Jn- 
' ec tion eher vorgebeugt worden sein! 
»Wenn daher eine in der Fabrik arbeitende Mutter durch die tägliche Abwesenheit 
"" ihren Kindern und ihrer Haushaltung verhindert ist, die Mutterpflichten ihren Kindern 
^ñmüber zu erfüllen, wenn sic verhindert ist, das Hauswesen so zu führen, 
le es hygienischerseits verlangt werden muß, so läßt sich das nicht anders 
Q § wit dem Namen » U eb e rb ü rdun g « bezeichnen." 
Wenn die Mutter „den Morgenimbiß vorzubereiten und die Kinder 
r Uln Schulbesuch fertig zu machen hat", was eine Thätigkeit von 
ls 2 Stunden ausmacht; wenn sie am Abend wiederum „mehrere 
stunden häusliche Arbeiten zu verrichten hat"; wenn sie „Pflege und 
Währung ihrer Kinder selbst vornehmen" soll; wenn sie „für sich selbst 
k ihre Kinder und den Mann das Mittags- und Abendessen selbst zu 
zeiten" soll; wenn in der That „keine Anstalten im Stande sind", 
En Kindern „die fehlende Mutter zu ersetzen": wo bleibt da 
er Frau dann überhaupt noch Zeit zur F a b rik arb e it? Und 
es so zu beklagen ist, daß Fabrikarbeiterinnen außer Kaffee und
	        
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