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ti tzlsak-Lothrinqen.
Handelskammer zu Äļeff.
„Tic im Interesse der Konsumenten um eine Herabsetzung der GetreidezöUe
gebetene Regierung hat den ihr vorgetragenen Wünschen beim Abschluß der Handele,
vertrage gewillfahrt. Diese Herabsetzung bat die Einfuhr von Getreiden zur Deckung
deo Mankos ermöglicht und zur Vermeidung einer Vertbeucrung der Hauptlebens
mittel beigetragen. Der jetzige Zustand der Ernten verspricht wiederum keine
günstigen Resultate und mau wird sich wahrscheinlich wiederum an o Ausland
wenden müssen, sowohl für Getreide als auch für Weine. Ter soeben zu Ende
gegangene Jahrgang bat die neuen Handelsverträge in's Leben treten sehen. Zu
kunft und Erfahrung werden uns über die Folgen belehren. Vorläufig sei bemerkt,
daß die Weinzölle bedeutend ermäßigt worden sind. Diese Ermäßigung wird den
Weinhändlern zu Gute kommen müssen, die gewisse mindergute Raturweine durch
Verschnittweine aufbessern können. Auch der Arbeiterbevölkerung in Stadt und
Land wird sie insofern Nutzen bringen alo dieselbe sich nun einen gesunden Tnint
zu annehmbaren Preisen zu verschaffe» in der Lage ist. Dieses Getränk wird
vielleicht auch die Ausbreitung der Lust zu Branntwein und anderen Spirituosen,
worüber allgemein geklagt wird, verhindern."
Handelskammer zu Straff durft i. E
„Die Verhandlungen über die mit Oesterreich-Ungarn, Belgien, Italien und
der Schweiz abzuschließenden Handelsverträge nahmen im verflossenen Berichts
jahre die Aufmerksamkeit der gesammten Handelowelt in Anspruch. Tie elsässische
Industrie verfolgte diese Verhandlungen mit den größten Interessen, zuinal sie
sich infolge der Handelsverträge neue Absatzgebiete versprach. Da die Beziehungen
zu Frankreich durch die jüngste Zollpolitik dieses Landes noch schwieriger geworden
sind, alo sie es bisher schon waren, und die frühere französische Kundschaft nacb
und »ach verloren geht, muß danach getrachtet werden, einen Ersatz für dieselbe
in anderen Ländern zu finden Ob die neu in Kraft getretenen Handelsverträge
diese Hoffnung verwirklichen werden, bleibt abzuwarten. Der Handelskammer
war nur bezüglich der Handelsverträge mit Italien, Belgien und Serbien Gelegenheit
geboten, der Regierung die Wünsche der Interessenten zu unterbreiten, und bat
sie dies gethan, nachdem sie bei den Betheiligten eine eingehende Umfrage abge
halten hatte. Specielle Eingaben an das Kaiserliche Ministerium wurden gemacht
bezüglich
1. der schweizerischen Eingangszölle auf Leder.
2. der österreichisch-ungarischen Eingangszölle auf Metallgewcbe.
Beite Eingaben sind beim Abschluß der Handelsverträge unberücksichtigt ge
blieben. In unserem Berichte über die Lage vom Handelsgewerbe werden wir
Gelegenheit haben, auf die Wirkung der Zollpolitik auf einzelne Industriezweige
näher einzugehen.
„Zu diesen bereits sehr düsteren Verhältnissen ges.llten sich für einen großen
Theil der elsässischen Industrie die schweren Besorgnisse wegen der Zollpolitik,
welche hierzulande mehr wie irgendwo dem verflossenen Jahre ibr Gepräge auf
drückten. Einerseits die vorhergesehene Verschließung des bisherigen Hauptabsatzgebietes