Full text : Das Unternehmen und der Unternehmergewinn vom historischen, theoretischen und praktischen Standpunkte

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Der  Unternehmer  wird  sein  Augenmerk  stets  in  erster  Linie
darauf  richten  müssen,  dass  sich  die  Beschaffungskosten  jener  Kapitalien, ­
  an  welchen  das  Unternehmen  seine  reproduzierende  Thätigkeit
  ansüben  soll,  möglichst  gering  stellen.  Das  ist  keineswegs
einfach.  Denn  nicht  der  Preis  jener  Kapitalien  allein  macht  schon
die  Beschaffungskosten  aus,  und  der  Unternehmer  muss  darum  seine
praktische  Beachtung  auch  auf  den  Kapitalzins,  auf  die  Werterneuerung ­
  des  Anlagekapitals,  auf  die  Kapitalmiete  desselben,  auf  die  Kosten
der  Versicherung  gegen  Elementarschäden,  auf  die  Höhe  der  Arbeitslöhne, ­
  auf  die  zur  Deckung  seiner  eigenen  Bedürfnisse  notwendige
Gütermenge,  auf  die  Höhe  der  Regiekosten  und  endlich  auf  die
Höhe  der  Steuern  lenken.  Jedes  einzelne  dieser  Momente
birgt  aber  die  Gefahr  in  sich,  dass  seine  Höhe  allein
oder  in  Verbindung  mit  anderen  dieser  Rechnungsposten ­
  die  Beschaffungskosten  so  hoch  gestaltet,  dass
sie  den  Wert  des  reproduzierten  Kapitals  übersteigen.
In  unseren  exakten  Untersuchungen  haben  wir  diese  Momente
einzeln  dargestellt  und  auf  ihre  Grundlagen  zurückgeführt.  Ein
billiger  Einkauf  der  Rohprodukte,  billiges  Geld,  die  günstige  Erwerbung ­
  von  Anlagskapital,  billige  Miete,  feuerfeste  Baulichkeiten,
welche  überdies  in  erfahrungsgemäß  anderen  elementaren  Schäden
nicht  ausgesetzten  Gegenden  liegen,  z.  B.  nicht  in  Inundationsgebieten,
dagegen  in  Landschaften,  wo  die  Lebensmittel  billig  sind  ;  die  Errichtung ­
  von  Arbeiterwohnungeu,  um  mit  niederem  Lohn  das
Existenzminimum,  ein  menschwürdiges  Dasein  der  Arbeiter,  möglich
zu  machen  (Nährthätigkeit),  die  Nähe  von  Eisenbahn-,  Post-  und
Telegraphenstationen  und  niedrige  Steuern:  sind  ebenso  geeignet,  zu
besonderen  Vorteilen  einer  Unternehmung  zu  werden,  wie  ein  großes
Absatzgebiet,  wie  ein  natürliches  oder  künstliches  Monopol,  wie  das
Eigentum  einer  geheimen  oder  patentierten  Verfahruugsweise.  Es
wird  sich  aus  einer  Reihe  der  oben  angeführten  Punkte  für  den
Unternehmer  besonders  die  Frage  ergeben,  ob  es  für  ihn  und  seine
Unternehmung  zweckmäßiger  sei,  den  Sitz  derselben  auf  das  Land,
welches  billigere  Baulichkeiten,  billigere  Miete,  billigere  Wertversicherung, ­
  niedrigere  Arbeitslöhne  und  kleinere  Steuern  ermöglicht,
oder  in  die  große  Stadt,  wo  diese  Vorteile  wegfallen,  dagegen  andere, ­
  z.  B.  der  leichtere  Absatz  und  größere  Umsatz  entstehen,  zu
verlegen,  und  die  Erwägungen,  die  hier  einen  Entschluss  zeitigen
können,  werden  Angelegenheit  des  organisatorischen  Talentes,  der
persönlichen  Kapitalien,  des  Unternehmers  sein.
            
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