Full text : Das Unternehmen und der Unternehmergewinn vom historischen, theoretischen und praktischen Standpunkte

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Funktionen  erheischen,  und  3.  durch  die  von  ihm  zu  tragende  Gefahr.« ­
  /u  Punkt  1.  gehöre  Kapital  oder  Kredit,  zu  2.  Beurteilungskraft, ­
  Beharrlichkeit,  Menschen-  und  Sachkenntnis,  zu  3.  die  Gefahr ­
  des  Unternehmers  nicht  nur  sein  Vermögen,  sondern  auch
seine  Ehre*)  zu  verlieren.  —  Sav  ist  übrigens  der  erste,  welcher
dem  Unternehmer  unter  den  produzierenden  Personen  die  erste
Stelle  einräumt,  er  stellt  ihn,  wie  später  Koscher  und  Schäffle,  über
den  Kapitalisten  und  Arbeiter.  ^Gerade  in  dieser  Klasse  (der  Unternehmer) ­
  wird  fast  alles  große  Vermögen  erworben«,  weil  der  Unternehmer ­
  der  Vermittler  «zwischen  Grundeigentümer  und  Kapitalisten, ­
  zwischen  dem  Gelehrten  und  Handarbeiter,  zwischen  allen
Klassen  von  Produzenten  und  zwischen  letzteren  und  den  Konsumenten« ­
  ist;  «er  profitiert  von  dem,  was  andere  wissen  und  nicht
wissen,  und  von  jedem  zufälligen  Vorteile  der  Produktion.«
Says  Nachfolger  wurden  wie  in  manch  anderer  Kichtung  auch
in  der  Lehre  vom  Unternehmergewinne  unter  den  Franzosen:  Dunoyer
  in  seinem  Buche  «De  la  liberté  du  travail«  (1845,  3  Teile)
und  Joseph  Garnier  in  seinen  «Elements  de  l’économie  politioue«
Weit  voraus  der  historischen  Schule  deutscher  Nationalökonomen ­
  eilt  Hufeland®).  Die  Ergebnisse  seiner  Erwägungen  sind  in
Bezug  auf  die  Theorie  über  den  Unternehmergewinn  dieselben,  welche
die  deutschen  Gelehrten  erst  vierzig  Jahre  später  erreicht  haben.
Er  ist  ein  durchaus  origineller  Denker  und  hat  Smith  und  Say  in
unserem  Thema  überflügelt.  «Ganz  genau  betrachtet«,  sagt  er,  «ist
der  Gewinn  des  Unternehmers,  wenn  man  abzieht  1.  den  Arbeitslohn ­
  mit  Gewinn,  2.  den  Ersatz  des  Kapitals,  3.  den  Ersatz  für  die
Gefahr,  den  möglichen  Schaden,  eigentlich  außer  dem  Gewinne,
den  jeder  Kapitalist,  der  auch  sein  Kapital  nicht  selbst  verwendet,
zieht,  teils  Gewinn,  den  er  wegen  der  größeren  Gefahr  zieht,  die  er
als  eigener  Anwender  des  Kapitals  trägt,  teils  eine  Rente  seiner
Talente  und  sonstigen  Eigenschaften.«
Ganz  auf  dem  Standpunkte  Says  und  nicht  wie  Mangoldt  aunimmt,
  sich  der  Smithschen  Schule  nähernd,  weil  diese  Schriftsteller
gerade  so  wie  Say  die  geistige  Kraft  und  Fähigkeit  des  Unternehmers ­
  als  Kapital  ansehen,  nur  eine  andere  aus  sozialistischer
*)  Siehe  Koscher.
*)  Eine  Ausgabe  von  1860  unter  dem  Titel:  „Traité  de  l’économie
politique.«
*)  Neue  Grundlage  der  Staatswirtschaftskunst.  Kd.  I  (Gießen  1807).
            
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