Full text: Das Unternehmen und der Unternehmergewinn vom historischen, theoretischen und praktischen Standpunkte

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Gewinn als Unternehmer, der sogenannte Unternehmergewinn, teilte 
sich in Arbeitslohn und Kapitalgewinn«. Auf Seite 290: «Gewinn an 
und für sich möchten wir den Bruttoertrag des Kapitals, Zins den 
Nettoertrag nennen; Zins nämlich den Gewinn desjenigen Kapitals, 
welches gar keine Gefahr läuft; Gewinn aber den Ertrag eines 
solchen Kapitals, welches größerem oder geringerem Risiko ausge 
setzt ist und also in seiner produktiven Anwendung eine Versiche 
rungsprämie ab werfen muss.« Wir sehen, dass er die Careyscheii Ge 
danken mit der Rauschen Theorie in Verbindung bringt, welch letzterer 
in dem »Gewerbsverdienst« ebenfalls einen Bruttoertrag sieht, wie 
Wirth im «Gewinn«, unter welchem dieser (in ganz anderem Sinne 
wie Carey) hier wirklich den Unternehmergewinn meint. Er ist 
ganz aus der exakten Forschungsrichtung seines großen Vorbildes 
in die empirischen Erwägungen der deutschen Schule gedrängt. 
Nachdem durch Carey die Theorie über den «Gewinn« eine so 
weise, so geniale Beschränkung erfahren hat, sehen wir den Hang zu 
einer übermächtigen Erbreiterung schon in der Lehre Mangoldts, und 
reihen hier noch die Theorie des Prof. Mikszewicz') an, welcher 
den Kredit, nicht etwa in der bedingungsweisen Art wie Say, der 
nur durch die Notwendigkeit ein Unternehmerkapital zu finden auf 
denselben hindeutet, sondern neben Natur, Arbeit und Kapital als 
vierten Produktionsfaktor nennt!; «der Kredit«, meint er, «sei ebenso 
aus den drei älteren hervorgegangen, wie das Kapital aus den beiden 
ältesten«. «Den Unternebmergewinn fasst er dann als den Ertrag 
dieses vierten Produktionsfaktors, entsprechend Grundrente, Arbeits 
lohn und Kapitalzins.« 
Das, was Roscherwollte: «ein System von Begriffen und 
Urteilen möglichst abstrakt, d. h. möglichst entkleidet von allen 
Zufälligkeiten des Raumes und der Zeit« schaffen, und was ihm 
jedoch weder im ganzen und großen noch in Bezug auf unser 
Thema gelungen ist, das hat Stein gethan. Er ist der Philosoph 
par excellence unter den Natioualökonomen — durch die That, 
praktisch, durch Darlegung seiner Volkswirtschaftslehre — und 
zwar in gutem und schlimmen Sinne. 
Stein schreibt über das Unternehmen in dem Kapitel »Güter 
und Wertbildung« (§. 296): «Seinem allgemeinen Begriffe nach ist 
*) Siehe: Roscher, »Grundlagen der Nationalökonomie“. Kapitel: »Unter 
nehmerlohn.“ 
’) Siehe: Grundlagen der Nationalökonomie. Einleitung. 
*) Volkswirtschaftslehre (Wien 1878).
	        
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