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zu benützen, als ihn zu töten. Der männliche Sklave ist ein sitt
licher und ökonomischer Fortschritt in der historischen Entwickelung
des Menschen.
War das Weib als isolierter Mensch auch selbst Unternehmer,
so wurde es in der geschlechtlichen Gemeinschaft Arbeiter, es ver
richtete im Dienste des Mannes die ihm zugewiesene Teilarbeit.
Ihr Heim wesen wurde aber jetzt zur Wirtschaft, zu jener Er
scheinung, die wir die isolierte Wirtschaft nennen; es war die erste
Naturalwirtschaft, und in ihr rangen die Menschen der Natur
nur so viel ab, als sie für ihre Bedürfnisse brauchten.
Die Familie vermehrte sich, und es entstand auf dem Gebiete,
welches sie innehatte, eine Bevölkerung. Der Familienvater
war das Oberhaupt der Familie, er war ja der Stärkste, der geistig
und sittlich Überlegenste; seine Stellvertreterin war die Mutter. Das
war das erste Rechtsverhältnis, und in der Anerkennung dieses
Rechtes wurden die Kinder größer und stärker, sie wurden stärker
und mutiger als die Eltern und blieben ihnen kraft dieses
Rechtes unter than, aber sie waren nicht Sklaven — das war der
erste Staat.
Und es teilte der Vater die Arbeiten zwischen seinen Kindern
so lange, bis das Gebiet zu klein für die ganze Familie wurde, und
neue Unternehmungen entstehen mussten. Ein Sohn zog an den
Fluss und wurde Fischer, der andere in den Wald und wurde Jäger,
der dritte wurde Hirt und der vierte Schmied; der alte Vater aber
lehrte die Kleinen. Wenn eine Gefahr dem jungen Staate drohte,
so verteidigten seine Bürger ihr Hab und Gut, ihr Eigentum,
die Gräber ihrer Väter und die Heine ihrer Götter, ihre Religion,
sie verteidigten ihre Freiheit, ihre Zusammengehörigkeit, ihre
Rechtsordnung, Weib und Kind, die Ehe; und nach dem Siege
besangen sie in Liedern ihre Thaten, das waren die Kinderlaute der
Kunst, sie gruben das Geschehene ihrem Gedächtnisse ein und
erzählten es ihren Kindern und Kindeskindern, und das war die erste
Wissenschaft.
So entstand die noklg der Griechen, so die civitas der Römer,
so der padus der Germanen und das Dorf der Neger und Indianer.
Der wirtschaftliche Charakter dieser ersten Gemeinden war ge
rade so, wie die erste Thätigkeit des einzelnen Menschen ein Unter
nehmen war, eben das Unternehmen.
Die kleine Gemeinde unternahm es, ihren Bestand zu sichern
und auszudehnen ; sie strebte darnach eine Staatswirtschaft zu