Full text : Das Unternehmen und der Unternehmergewinn vom historischen, theoretischen und praktischen Standpunkte

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Gesetzes  unterworfen,  durch  welches  alles,  das  dem  Menschen  irgendwie ­
  nützlich  sein  kann,  erst  seinen  Wert  erhält,  sie  sind  abhängig
von  Angebot  und  Nachfrage.
Wir  behalten  uns  vor,  in  der  exakten  Richtung  unserer  Untersuchungen ­
  auf  diesen  Gegenstand  zurückzukommen.  Der  Einfluss,
welchen  Angebot  und  Nachfrage  auf  alle  wirtschaftliche  Thätigkeit
ausüben,  lässt  sich  aber  auch  vom  theoretisch  empirischen  Standpunkte ­
  aus  nicht  verkennen;  wir  sehen  ihn  insbesondere  in  seiner
Wirkung  auf  die  Preisbildung,  und  erstellt  sich  uns  in  jenen  Verhältnissen, ­
  die  man  gemeinhin  «Konjunktur«  zu  nennen  pflegt,  als
das  Ergebnis  einer  großen  Anzahl  von  Prozessen  dar,  welche  von
dem  Gesetze  des  Angebotes  und  der  Nachfrage  zum  Werden  und
Wachsen  geführt  werden.  Es  ist  nun  nicht  zu  leugnen,  dass,
obgleich  der  Unternehmer  und  sein  Geschäft  den  Konjunkturen ­
  unterworfen  sind,  er  selbst  andererseits  auf
die  Höhe  sowohl,  als  auf  die  Richtung  von  Angebot  und
Nachfrage  einen  entschiedenen  Einfluss  nimmt  und
den  Blutumlauf  des  Kapitals  regelt.
Der  Organismus  des  wirtschaftlichen  Lebens  ist  wie  der  Organismus ­
  des  Menschen  selbst.  Das  Knochengerüste  bildet  die  Natur
oder  die  Mehrheit  der  Menschen,  die  Gesellschaft;  die  Muskeln  sind
die  Arbeit,  das  Blut  das  Kapital;  und  was  alle  Organe  ernährt,  ihre
Thätigkeit  anspornt  oder  verlangsamt,  was  den  Pulsschlag  des  wirtschaftlichen ­
  Lebens,  was  das  Wohlbefinden  seines  ganzen  Organis-*mus
  regelt,  es  sind  die  Nerven,  der  Unternehmergeist.  Und  wie
jene  die  Fülle  der  Lebenskraft  selbstthätig  auf  den  Gesamtkörper
und  seine  Organe  verteilen,  so  verteilt  auch  das  Unternehmen,  als
Gattungsbegriif,  das  Nationalvermögen  in  vollkommener  Zweckmäßigkeit ­
  auf  alle  Glieder  des  Volkes.
Gerade  aber  in  der  organischen  Kraft  des  Unternehmens,  in
seinem  großen  Einflüsse  auf  den  Gesamtorganismus  des  wirtschaftlichen ­
  Lebens,  liegt  auch  die  große  Gefahr  zunächst  für  dasselbe ­
  selbst  und  dann  für  die  Gesellschaft.  Wie  der  Überreiz  der
Nerven  zuerst  sie  selbst  und  nach  und  nach  alle  Organe  erkranken
macht,  ebenso  verderblich  ist  das  Unternehmen,  wenn  der  Unternehmergeist, ­
  der  die  Rolle  der  Nerven  hat,  nicht  aus  der  Gesundheit ­
  des  ganzen  persönlichen  Kapitals  entsprungen  ist.
Nervenkrankheiten  und  ein  krankhafter  Zustand  der  Unternehmerthätigkeit
  sind  Wahrzeichen  unserer  Zeit  von  merkwürdigem
natürlichen  und  ökonomischen  Einklang,  und  darum  ist  es  schwer
            
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