Full text : Die Sonneberger Spielwaaren-Hausindustrie und ihr Handel

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kann  neuererzeit  deren  Werth  auf  mindestens  150  Millionen  Mark  jährlich
8efd#t  loerben,  loooon  allein  bie  (sļilelmami  imb  eiitfd)lä0lid)en  Slrtifel
circa  100  Millionen  betragen,  davon  gegen  70  Millionen  durch  den  Activhandel
  bisher  dem  deutschen  Reich  aus  fremden  Ländern  zuflössen.
@ri#eit)06tf6  unb  f^orabtf(^,  ^anailtbll^^rteíí  nub  fabrtfiitößio
bert  Dörfern  imb  (Stabten  betrieben,  erftredt  fid)  fold)e  @meTWtl)áti0reit
liber  I)alb  3)6(0^)101^,  bom  Sd)ioarg)uatb  bia  gum  9%i6fen06bir06.
Am  bedeutendsten  und  mannigfaltigsten  wird  die  Spielwaaren-^abrihition
  in  beiiiDberlanbe  b6§^6r$O0t^n^slSa^^fe1l  =  ^ei=Hingen
  betrieben,*)  wo  sie,  namentlich  im  Kreis  Sonneberg,  in  allen  Formen
  auftritt,  ala  #aua=,  ^eiu-  ullbgabrifinbu^^ri6  unb  burd)  bie
Şorgellaii:**)  imb  ^iaafabrifen^)  and)  aia  ^roBinbuftrie.
3)ie  36r^^reut^6^t  ber  ^01)061^611  .ßeerbe  solfea  auß6rûrb6nt^(d)  oielaitigeu
  Gewerbfleisies  mag  llrsad)e  sein,  basi  von  dessen  Bedeutung  im
Welthandel  das  deutsche  Volk  im  Allgemeinen  keine  Ahnung  hat.  Daß  aber
trotz  des  ungeheueren  statistischen  Apparates  und  der  staatswissen-*)
  Im  Gesammtwerth  von  jährlich  ca.  15  Millionen  Mark.
")  Äon  ben  60  Äorgcilonfobrifen  m  Sbnringcn  fobrigiren  bie  meisten
Spielsachen:  Puppen,  Thiere,  Figuren,  Service,  Nippsachen  u.  s.  w.  ;  für  Erma#ne:
  Soffen,  serbice,  %obaföpfcifcnfö^fe,  ^üdiengerötbe;  @ufu8.,  @ebroud)g.  »nb
Decorations-Gegenstände:  Vasen,  Schreibzeuge  u.  f.  w.,  Lithophanien,  Thiere,  Büsten,
^0»ren,  borunter  ^  u  n  ft  io  e  r  i  e  ber  %  í  o  ft  i  r  unb  ber  Dì  a  I  e  r  e  t.  %uf  ben  ^retë
Sonneberg  entfalten  4  ^oraeMonfobrden  :  ^üttenfteino^  (2),  Äouenfteln  unb  ßimbod,,
lettere  die  älteste,  von  dem  selbstständigen  Erfinder  des  Thüringer  Porzellans,  Gotthelf ­
  Greiner a)  im  Jahre  1772  gegründet,  die  Mutter  aller  Thüringer  Porzellanfabriken. ­

a)  Siche  „kulturhistorische  Bilder  aus  dem  Oberlande  des  Herzogthums  Sachsen-Mermngen."
  Hildburghausen,  Kesselring'sche  Hofbuchhandlung.  1876.
)  Die  Glasfabriken  in  Lauscha  (3),  Steinach,  Ernstthal  (2),  Piesau
(Meininger  Oberland)  und  andere  benachbarte,  stellen  zwar  nur  einen  Spielwaaren-Wrtifel,
  b(e  @10814)#^  für  ben^onbeiŞer,  ober  ße  besassen  ein^orbfobrt(ot:
weiß  e  und  farbige  Glasrohre,  aus  denen  die  Haus-,  Klein-  und
5obrifinbuftrie  in  6oi#o,  So^icb,  ernftt#,  ©teinbeib  (grciö  ©onneberg),
^îesau  (Mein.  Oberland),  Geiersthal  und  Neuhaus  (Schwarzb.-Rud.)  die  verschiedenartigsten, ­
  weltberühmten  Gaslampen  -  Gebläsearbeiten  alle  manuell  herstellt,  namentlich
alle  hohlen,  farbigen  imb  Fischschuppen-,  sogenannten  W  achs  -  Perlen,  Christ  b  aum  -
Decorationen,  Nippfachen,  Früchte,  Thiere,  Figuren,  Thermometer,
physikalische  und  medizinische  Instrumente  rc.
            
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