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proletarischen Diktatur ist sie nichts anderes, als die Selbst
organisation der Arbeit durch die Massen; die Mobilmachung
der Industrie ist im ersteren Fall eine Verstärkung der Macht
der Bourgeoisie und eine Festigung des kapitalistischen Regimes,
während sie im zweiten Fall eine Festigung des Sozialismus ist;
alle Formen des staatlichen Zwanges stellen bei der staatskapita-
listischcn Struktur eine Pression dar, die den Ausbeutungsprozeß
sichert, ausdehnt und vertieft, während der staatliche Zwang
bei der proletarischen Diktatur eine Methode des Auf
haus der kommunistischen Gesellschaft darstellt. Kurzum,
die funktionelle Gegensätzlichkeit der formal ähnlichen Er
scheinungen wird hier total bestimmt durch eine funktionelle
Gegensätzlichkeit der Organisationssysteme, durch deren ent
gegengesetzte Klassencharakteristik.' )
Der Kommunismus ist nicht mehr eine Form der Ueber-
gangsperiode, sondern ihre Vollendung. Dies ist eine klassen-
und staatenlose Struktur, die in allen ihren Teilen durchaus
harmonisch aufgebaut ist. Erst hier taucht zum erstenmal die
absolut einheitlich organisierte „Gesamtheit“ auf. Die
Diktatur des Proletariats „reift" auf dem Wege der Evolution
zum Kommunismus und stirbt zugleich mit der Staatsorgäni-
sation der Gesellschaft ab.
Der Uebergang vom Kapitalismus zum Sozialismus voll
zieht sich durch die konzentrierte Macht des Proletariats —
den Hebel der proletarischen Diktatur. Das System von Maß
nahmen, mit Hilfe derer dieser Uebergang vollzogen wird, wird
*) Nebenbei bemerkt: auf dem Verkennen dieses Umstandes beruhen
alle „Vorwürfe", die von den Kleinbürgern der Sozialdemokratie gegen die
Kommunistische Partei erhoben werden. Bestenfalls protestieren diese
Herren gegen die „Hottentottenmoral" und schaffen auf diese Weise eine
prinzipielle „Gleichstellung" von Kommunismus und kapitalistischer Bar
barei. In der Tat, kann denn ein „Demokrat" das „gleiche Existenzrecht"
des Wolfes und des Schafes leugnen? Das wäre ja gegen die göttliche Ge
rechtigkeit,