Töpfergeschirr
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Tokajer
weißes, geruch- und geschmackloses Pulver, das
beim Erhitzen vorübergehend gelb wird, findet
in der Porzellanmalerei als gelbe Farbe Anwen
dung. Das Titaneisen (Ferrotitan) dient zur
Herstellung von Titanstahl; auch findet man
in gewissen amerikanischen Bogenlampen statt
der Kohle Stäbe von Titan und Eisenoxyd. Das
Titanchlorür wird in beschränktem Maße als
Beize beim Färben benutzt, ist hierzu jedoch
weniger geeignet als Zinnchlorür. Titansulfür.
dient als Beize, Titankaliumoxalat als gelbe
Farbe und Beize für Leder.
Töpfergeschirr (frz. Poterie commune, engl.
Commun pottery), die geringsten und billigsten
Tongeschirre, sog. Hafner- oder irdene Waren,
werden aus den weitverbreiteten, meist nahe
der Oberfläche liegenden Alluvialtonen herge
stellt. Die immer kalk- und eisenhaltige Masse
erweicht schon bei geringer Hitze und liefert'
daher eine poröse und erdige Ware von ge
ringer Festigkeit und Haltbarkeit. Die meist
durch Eisen gelb oder braun gefärbten Geschirre
haben aber den Vorzug, daß sie selbst starken
Temperaturwechsel gut vertragen und daher
ohne weiteres dem Feuer ausgesetzt werden
können. Einige Erzeugnisse, wie Blumentöpfe
und Zuckerhutformen, bleiben unglasiert, alle
zur Aufnahme von Flüssigkeiten bestimmten T.
müssen aber glasiert werden. Die Glasur besteht
meist aus einem Gemisch von Ton und ge
riebener Bleiglätte oder Bleiglanz, in das die
trockenen, ungebrannten Geschirre eingetaucht
werden. Während des nur einmal vorgenom
menen Brennens vereinigt sich das Blei mit der
Kieselsäure zu unlöslichem Glase. Bei zu ge
ringem Kieselsäuregehalte entsteht aber eine
Glasur mit überschüssigem Bleioxyd, das unter
Umständen in die Speisen übergehen kann.
Zum Schutze der Volksgesundheit ist daher
durch das Reichsgesetz vom 25. Juni 1887 die
Bestimmung getroffen, daß glasierte Tonwaren
bei i/^stündigem Kochen mit 4 0/0 igem Essig kein
Blei abgeben dürfen. Zur Vermeidung vop Be
anstandungen müssen die Hersteller also für das
richtige Verhältnis von Blei- und Kieselsäure
und nicht zu niedrige Temperatur sorgen. In
letzter Zeit sind auch Versuche mit bleifreien
Glasuren aus Wasserglas und borsauren Salzen
angestellt worden. Zur Erzeugung bestimmter
Farben wird die Glasur mit Smalte, Braunstein,
Chrom oder Kupferoxyd vermischt. Das be
kannte Bunzlauer Geschirr wird aus einem
feuerfesten Ton bei höheren Temperaturen bis
zum Fritten gebrannt, erhält eine bleifreie Gla
sur und steht dem Steinzeug näher.
Toiöl, ein fettes Öl aus den Früchten von
Bignonia tomentosa, wird in Japan bei der
Herstellung von Lackfirnissen verbraucht. Die
geringere Sorte heißt Jacko, die feinere Cok.
Tokajer (H egyälljaerwein), der edelste der
ungarischen Weine, stammt nicht allein aus
Tokaj selbst, sondern hat von dieser Stadt nur
deshalb seinen Namen erhalten, weil hier am
28. Oktober, also mitten in der Weinlesezeit, die
berühmte Messe abgehalten wird. Er wächst
vielmehr in der ganzen Hegydllja (deutsch;
unterer Teil des Berges), jenem beinahe regel
mäßigen, gleichschenkeligen Gebirgsdreieck, das
in Sätoralja-Ujhely seine nördliche, in Tokaj
seine östliche und in Abauj-Szäntö seine west
liche Spitze hat. Die Haupterzeugungsorte der
edelsten Sorten sind, so ziemlich nach der Masse,
der Güte und günstigen Lage ihres Bodens ge
ordnet, folgende: Mäd, Tällya, Toksva, Ke-
resztur, Bdnye, Liszka und Tarzal. Dann folgen
Ujhely, Säros-Patak, Szäntö, Horväti, Jozseffalva,
Kärolyfalva, Kisfalud, Olaszi, Szegilong, Trauczon-
falva, Kamoslyfalu und Zombor, und schließlich
erzeugen auch die außerhalb des Gebirgsstockes
liegenden Orte Omd, Rätka, Golop, Kis-Tovonya
einen vorzüglichen Wein. Der Westabhang zwi
schen Ujhely und Szäntö gehört zur Abaujer
Weingegend. Das ganze Gebiet dieses fünf
Quadratmeilen großen Gebirgsstockes mit einer
Erzeugung von 80000 hl in guten, zwei Dritteln
hiervon in mittleren und einem Drittel in schlech
teren Jahrgängen umfaßt 6162 ha in Weingärten.
Die Erträge, die wegen des meist vulkanischen
Bodens von den Witterungsverhältnissen außer
ordentlich beeinflußt werden, stellen sich im
zehnjährigen Durchschnitte auf zwei vorzügliche,
drei gute und fünf weniger gute Jahre, was zur
Erhöhung des Preises nicht wenig beiträgt. Das
Erzeugnis des Tokaj-Hegyälljaer Weinbaugebictes
ist hauptsächlich Weißwein, die edle Traube, die
ihn liefert, die Furminttraube. Nach dem Reife
grade der benutzten Beeren unterscheidet man
folgende Unterabteilungen: Szamorodni (rus
sisch-polnische Bezeichnung für den Begriff „so
wie er gewachsen ist“). Zu seiner Herstellung
werden die Trockenbeeren, d. h. die durch Edel
fäule eingetrockneten Beeren, nicht heraus
gesucht, sondern mitgetreten und mitgepreßt.
Nach dem Austreten wird auf die aus den
Säcken ausgeschütteten und so trockenen, aber
mals fest durchgetretenen Trester neuerdings
Most aufgegossen, 4—6 Stunden darauf belassen
und dann von neuem zuerst im Sack und dann
in der Presse bearbeitet. Ausbruch wird er
zeugt, indem man auf die ausgelesenen, zu einer
feinen, breiigen Masse getretenen Trockenbeeren
Most aus besten Lagen aufgießt, diese gut auf
gerührte Masse 12—18 Stunden stehen läßt und
dann auspreßt. Die Anzahl Butten von 30 Liter
Inhalt an Trockenbeeren, für ein Faß Most von
135 Liter bestimmt die Ausbruchsbezeichnung,
ein-, zwei- bis fünfbuttig. Ausnahmsweise werden
auch sechsbuttige Weine hergestellt, indem man
auf 180 Liter gute Trockenbeeren 13s—140 Liter
Most aufschüttet. Zu den Ausbrüchen gehört
neben T. auch der Mendser und Rüster. For-
ditäs, der zweite Mostaufguß auf die abgesack
ten, aber noch nicht ausgepreßten Trockenbeer;
trester, ist ungefähr einem sehr guten Szamorodni
gleich. Essenz wird gewonnen, wenn,man die
Trockenbeeren in einem Bottich mit durch
löchertem Boden stehen läßt und die von selbst
abtropfende Flüssigkeit einer sehr langsam ver
laufenden Gärung unterwirft. Die Haupterzeug'
nisse, die Ausbruchsweine, unterliegen einer lan
gen. oft jahrelang dauernden Gärung. Der Wein
kommt in ganz neue Fässer und soll in der Regel
aus dem Fasse, in welches er als Most kam, nur
in die Flasche gefüllt werden. Im Keller braucht
er weder verspundet noch nachgefüllt zu werden,
vielmehr erfolgt beides erst beim Verkauf, auch
wenn dieser erst nach Jahren stattfindet. B el
ganz feinen Ausbrüchen füllt man das Faß nur