fullscreen: Kapitalismus und Sozialismus

Aristokratie und Demokratie im Wirtschaftsleben 
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lkach dieser Entwicklung ist der Traum von der Arbeiterproduktiv- 
genossenschaft heute auch in sozialistischen Kreisen selbst meist aus 
geträumt?^) Sozialisten wie Ed. Bernstein haben ihr und den 
aus ihr entsprungenen Einrichtungen, wie der Gewinnbeteiligung 
öer Arbeiter, eine entschiedene Absage erteilt. Die Unternehmung 
hat sich im wirtschaftlichen Wettkampf auch allzu deutlich als die 
überlegene 5orm der Erwerbswirtschaft erwiesen. Die aristokratische 
form der Lrwerbswirtschaft hat über die demokratische den Sieg 
davongetragen —eine Tatsache, die zweifellos auch für die politische 
Entwicklung des letzten Jahrhunderts von großer Tragweite ge 
worden ist. Gerade der Umstand, daß in der Verfassung des Wirt 
schaftslebens die aristokratische Grganisationsform ausgesprochen die 
Führung erlangt hat, hat zur Verstärkung des demokratischen Ge 
dankens auf rein politischem Gebiete beigetragen. Die wachsende 
stärke, die die demokratische Bewegung in allen Ländern im Laufe 
der lg. Jahrhunderts erlangt hat, ist wesentlich unter dem Ge 
sichtspunkt zu betrachten, daß dadurch ein Gegengewicht geschaffen 
werden sollte gegen die aristokratischen Organisationsformen, die 
im Wirtschaftsleben die Vorherrschaft erlangt hatten. Die Ausbrei- 
iung der Unternehmung und das fortschreiten der politischen Demo 
kratie hängen untereinander eng zusammen. Die zunehmende Demo 
kratisierung des politischen Lebens sucht die Gefahren, die aus der 
Umgestaltung der wirtschaftlichen Organisation entspringen können, 
ZU korrigieren. Selbstverständlich wurzelt die politische Demokratie 
^icht bloß in diesem einen Moment, aber die Entwicklung des Wirt- 
12) Einzelnen Projektenmachern scheint bei ihren Sozialisierungsplänen 
allerdings manchmal so etwas wie die Arbeiterproduktivgenossenschaft vorzu 
schweben, wie überhaupt alle Sozialisierungsvorschläge, sobald sie etwas 
Messbarere Gestalt annehmen, gewöhnlich nur alte längst bekannte und schon 
hundertmal widerlegte nationalökonomische Ideen wiederholen. Es gibt sogar 
^-eute, die glauben, sie könnten den Unternehmer zwar als Träger des Risikos 
Produktion bestehen lassen, aber die Betriebsleitung vollständig in dieHände 
Arbeiterräten legen, die damit natürlich auch über die Verteilung des Ge 
winnes zu bestimmen beanspruchen würden — falls ein solcher je eintreten sollte.
	        
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