XIII. Capitel.
Von Washington bis Florida.
Am 24. März 1881 waren vier Herren von uns voraus
nach Jacksonville gefahren, hatten hier sofort zwei Segel- und
zwei Ruderboote sowie einige ortskundige Neger gemiethet
und eine Jagdpartie in den Black Creek unternommen.
Graf J. vSzéchényi und ich hatten am 26. 7 Uhr früh
Washington verlassen und waren am 28. um 11 Uhr früh in
Jacksonville angekommen. Wir fuhren langsamer als unsere
vier Vorgänger, überschlugen in Richmond einen Zug, um
diese Stadt und den grössten Theil der Gegend bei Tage zu
sehen. Man hätte hier Gelegenheit, den Uebergang der Landwirthschaft
aus dem Klima Stockholms zu dem von Tunis auf
einer durch keine Gebirge unterbrochenen Ebene, die nur
sehr mässige Höhenzüge aufweist, zu beobachten, wenn dieses
Land als in Cultur genommen angesehen werden könnte.
Allein es charakterisirt sich vielmehr als eine grosse Wildniss,
welche nur hie und da von angebauten Flächen unterbrochen
wird. Nach hundert Jahren wird man vielleicht jenen landwirthschaftlichen
Entwicklungsgang von der kalten zur heissen
Zone hier beobachten können. Wir versuchten es vergebens.
Der Eindruck, welchen die von der Küstenbahn durchschnittene
Landschaft auf uns machte, ist ein entschieden ungünstiger,
und zwar in zweifacher Beziehung: sowohl was den Boden
als dessen Anbau betrifft.
Ersteres erklärt sich zum Theile daraus, dass die Bahn
überall auf der höchsten Bodenelevation fortläuft, weil der
Bahnbau in den morastigen Niederungen zu kostspielig gewesen
wäre. Nichtsdestoweniger führt die Eisenbahn an vielen Stellen