265
Lustren, ihren Blick auf Mexico geworfen, und es ist
General Grant, der auch heute noch einen gewaltigen Lin-
fluss in Amerika ausübt, welcher diese Sache in die Hand
genommen hat. Dabei darf er auf die mächtige Unterstützung
^er Unionsregierung sicher rechnen. Er hat die Präsident
schaft einer grossen amerikanischen Eisenbahn Compagnie über
nommen, welche in Mexico Eisenbahnen baut, die dieses Land
*n innige Verbindung mit der Union bringen. Man will also
Mexico friedlich, durch amerikanisches Capital und durch,
'on Amerikanern verwaltete Eisenbahnen dem Unions-Ein-
^^usse total unterwerfen, ohne zunächst an Annectirung
denken. Man hat vielmehr ein enges Bündniss mit
jener Republik im Auge. Die gegenwärtige mexicanische
Ggierung ist auch ganz bereit, hierauf einzugehen, und das
^ns sehr triftigen Gründen.
Erstens weiss sie, dass Widerstand nichts nutzen würde,
ie Geschichte der Annexion von Neu-Mexico und Texas
gJebt ihr hierführ einen unwiderleglichen Beweis. Texas wurde
^^45 erobert, Arizona, Utah, Nevada, ein Theil von Colorado,
Südcalifornien 1848 von Mexico und Neu-Mexico im Jahre 1850
Von Mexico abgerissen. Lehnte sie ein Bündniss mit dem
l^ächtigen Nachbar ab, so stände die Annexion ausser Frage.
ebrigens muss der Eisenbahnbau in Mexico den National-
^Gichthum dieses Landes heben. Die Mexicaner aber haben
l^'cht das Capital, um aus eigenen Kräften sich ein grosses
ahnsystem zu schaffen. Daher nehmen sie das Anerbieten
Amerikaner, ihnen Bahnen zu bauen, gern an. Die Re
gierung erhält durch Bahnen ferner die Möglichkeit, Aufstände
iT Provinzen schnell niederzuwerfen, was sie bisher nicht
onnte, da die Truppen sehr weite Fussmärsche bis zum Herd
^ Aufstandes machen mussten. Eisenbahnen werden also
Lande endlich inneren Frieden geben. Baut ja auch die
^giische Regierung hauptsächlich deshalb in Indien so viele
Eisenbahnen.
Ein anderer Umstand hat diese heilsame Einsicht der
^^xicanischen Regierung zur Reife gebracht: Die Erinnerung
^io französische Expedition nach Mexico ist noch