Full text: Ursachen der Amerikanischen Concurrenz

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im „fernen West“. In den östlichen, älteren Staaten ist 
dies anders. 
Die mittlere Maisernte kann auf 40 Bushels per Acre an 
genommen werden. Hafer liefert einen guten Krtrag und hat 
auch guten Preis. Flachs wird nur des Samens wegen an 
gebaut. Der Stengel und die Faser werden gar nicht benützt. 
Aus Sorghum und Maisstengel machen die Farmer jenen 
Syrup, den sie für den Hausbedarf nöthig haben; neuerlich 
Verkaufen sie auch schon solchen an eine nahe bei Newton 
entstandene Zuckerfabrik. Millet, Klee und andere Futter 
gräser, namentlich Alfalva, eine Art Luzerne, werden neuer- 
lich immer mehr angebaut, so auch Turnips und andere 
Knollengewächse zum Winterfutter des Viehes, das die Ameri 
kaner meist noch jahrein jahraus auf dem umzäunten Weide 
grunde der Farm lassen, der Deutsche aber im Winter, sei 
cs auch nur auf 8 bis 10 Wochen, aufstallt, denn etwas ver- 
iiert es auch in einem milden Winter an Fleisch. 
Obstbäume aller Art gedeihen und bringen sehr bald 
Früchte, und im Nordosten des Staates bauen deutsche Wein 
gärtner einen trinkbaren, jedoch starken Wein. Die Baum 
wollenregion hat aber hier aufgehört. Es ist gewiss nicht 
richtig, dass in dieser fruchtbaren Ebene Weizen deshalb so 
billig erzeugt werden könne, weil die Amerikaner „Raubbau“ 
treiben, denn es stellt sich heraus, dass die deutsche Wirth- 
schaft, welche schon im ersten Jahrzehnt nach Umbrechen der 
Prairie eine Dung- und Fruchtwechselwirthschaft geworden 
ist — wenn auch immer noch unverhältnissmässig viel Weizen 
ttnd Mais gebaut wird und wenn auch noch nicht aller Acker 
tegelmässig gedüngt werden sollte — sich besser auszahlt, 
^Iso im Stande ist, die Producte billiger herzustellen als der 
Kaubbau, den amerikanische Farmer zweifellos treiben, die 
^eisten derselben in Kansas wenigstens. Damit schwindet der 
T'rost für Europa, der Raubbau werde die amerikanische Pro- 
(Auction bald vertheuern. Er ist in Kansas meist nur ein kur- 
^cs Uebergangsstadium, da er sich weniger rentirt als ratio- 
neller Ackerbau. Dieser ermöglicht ja unter Anderem die 
'^olle Ausnützung der Arbeitskraft einer Farmerfamilie an den
	        
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