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Nachmittags stets einen Ueberzieher, und obschon wir diese
Vorsicht übten, erkälteten wir uns doch sämmtlich schon am
zweiten Tage. Wir kamen eben zu unvermittelt aus einem
sehr heissen Lande.
Die Accomodation im Badeorte war massig, Alles noch
neu, die Aufnahme und Kost im Hôtel aber ausgezeichnet.
Erst spärlich sind Alleebäume gepflanzt und existiren wenig
gepflegte Gärten, aber was gepflanzt ist, wächst und gedeiht
^Pplg und farbenprächtig. Die Bucht soll an Naturschönheit
mit der von Neapel wetteifern und ich glaube das. Meer
und Himmel sind wunderbar blau. Ein Silberstrich ewiger
Schaumwellen scheidet das blaue Wasser von der sepiabraunen
Lehmfelswand, auf der grüne Bäume halbtropischer und italienischer
Natur in dichtem Kranze angepflanzt sind und darüber
wölbt sich der stets wolkenlose Himmel! Besonders prächtig
War eine sternklare Vollmondnacht. Und dann diese erhabene
Einsamkeit, denn es gab, Gott sei Dank, noch wenige Badegäste
hier.
Etwa eine englische Meile von Santa Monica ist das
Plateau, auf dem der Badeort liegt, durch ein, bis zu einer
halben Meile breites Thal, Cannon, getrennt, in dessen Sohle
^in jetzt ausgetrockneter Bach zum Meere fliesst. Der Bach
War einmal ein reissender Strom und bildete dieses Thal mit
"lässig steil abfallenden Berglehnen. Diese sind mit Gesträuch,
Thal ist mit schönen, alten und theilweise sehr dicken
Eäumen bewachsen. Zwischen dem Strauchwerke wachsen
blühende Alpenkräuter. In dem Thaïe ist die Luft stets milde,
kein Wind eindringt, und stets gemässigt, da die Seeluft
durchdringt. Hierher flüchten in den Sommermonaten die
Eewohner heisserer Gegenden Südcaliforniens, schlagen geräumige
Zelte auf, möbliren sie und spenden 3 bis 8 Wochen
ihren Familien in dieser improvisirten Zeltstadt. Sie haben
■^llc Equipagen oder Reitthiere hier. Herren und Damen
fahren und reiten am Strande oder im Schatten der Bäume
Gannons. Man lebt im Freien, badet, plaudert, macht
^ysik und verlobt sich. Wir spendeten hier einen
fröhlichen Nachmittag und bewunderten die Geschicklichkeit