Full text : Ursachen der Amerikanischen Concurrenz

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dazu  eine  Menge  uns  unbekannter  Zierbäume,  das  Alles  in
höchster  Ueppigkeit!  Die  Stadt  ist  der  Mittelpunkt  des  Weinbaues ­
  von  Südcalifornien.  —  Wo  die  Gärten  aufhören,  legt
sich  ein  Ring  von  Ackerbaufarmen  um  die  gesegnete  Stadt,
und  noch  weiter  zur  Peripherie  sehen  wir  Viehzucht,  zunächst
Rinder,  in  Klee  und  Luzerne  bis  zum  Bauche  watend,  noch
ferner  ab  Schafe  auf  der  trockenen  aber  nahrhaften  Naturweide ­
  —  so  sind  alle  Thünen’schen  Ringe  seines  isolirten
Staates  hier  um  die  erste  grosse  Stadt  Südcaliforniens  zu  beobachten, ­
  ganz  natürlich,  da  diese  Cultur  hier  jung  ist  und
ihre  einzelnen  Stadien  sich  grell  gegeneinander  abheben,  was
in  alten  Culturstätten  nicht  mehr  so  scharf  geschieht.
Wir  fuhren  durch  Los  Angeles  nach  der  Seeküste  und
machten  eine  zweitägige  Ruhepause,  eigentlich  wechselten  wir
nur  die  Arbeit,  indem  wir  uns  ganz  der.  Schriftstellerei  in
dem  kleinen,  aufstrebenden  Badeorte  Santa  Monica  hingaben.
Der  Ort  liegt  an  einer  Bucht,  die  einen  Halbkreis  bildet,  dessen
Sehne  so  lang  ist,  dass  sie  eben  noch  mit  gutem,  unbewaffneten ­
  Auge  übersehen  werden  kann.  Das  Land  fallt  ca,  30
bis  50  Fuss  tief  steil  gegen  die  See  ab  und  bildet  eine  tischförmige ­
  Platte  in  dieser  Höhe,  die  auch,  wie  alle  solche  Plateaux, ­
  von  den  Spaniern  „Mesa“,  „Tisch“,  genannt  wird.  Es
ist  nun  höchst  interessant,  diese  Ufer  mit  anderen  zu  vergleichen. ­
  Der  Boden  besteht  aus  zähem  Lehm,  der  hier  so
steil  und  zerklüftet  abfallt,  wie  der  Kreidefels  an  den  Ufern
Englands  und  Nordrügens.  Das  hinunterfliessende  Regenwasser ­
  hat  diese  steilen  Lehmwände  in  die  originellsten  Formationen ­
  zerwaschen,  die  es  in  jeder  neuen  Regenzeit  ändert.
So  zieht  sich  diese  Lehmfelswand  rund  um  die  Meeresbucht,
Unten  liegt  der  fast  steinfreie  Strand  mit  Spielraum  für  Ebbe
und  Fluth.  Dünen  von  Sand  giebt  es  nicht.  Herren  und
Damen  baden  hier  gemeinsam,  jahrein,  jahraus,  da  es  hier
keinen  grossen  Unterschied  in  der  Temperatur  macht,  ob  es
Sommer  oder  Winter  ist.  Wir  wurden  durch  die  Kühle  überrascht, ­
  die  besonders  von  4  Uhr  Nachmittags  bis  in  die
beginnende  Nacht  hinein  herrscht.  Gegen  Morgen  wird  die
Luft  linder  und  Mittags  warm,  aber  nicht  heiss.  Man  braucht
            
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