XXIX. Capitel.
Californien.
Das „Goldland“ Californien wurde von den Spaniern in
Mexico um die Mitte des vorigen Jahrhunderts colonisirt,
und zwar bediente man sich der Hilfe des Franciscaner-Ordens,
der hier die Colonisation im Jahre iy6p begann. Damals landeten
seine Missionäre in zwei kleinen Schiffen in San Diego,
brachten 200 Haupt Rindvieh, Schafe, Schweine und Pferde
mit sich und setzten sich mit den Indianern in gutes Einvernehmen,
die sie nach und nach dem Christenthume zufuhrten
und zu Hirten und friedlichen Ackerbauern machten. Sie
brachten den Weinstock, die Orange, Olive und Obstbäume
aller Art hieher, führten den Weizenbau ein, gründeten eine
Anzahl von „Missionen,“ deren eine. St Gabriel, wir besucht
haben. Dort sahen wir die ältesten Olivenbäume, wohl über
hundert Jahre alt, ein Beweis, dass dieser Baum hier gut
^ortkommt. Die Oliven selbst fanden wir bitter, nicht so gut
spanische. Noch heute ist die „Missionsrebe und -Traube“
vielleicht jene, die den meisten Wein in Californien liefert
Auch die Viehzucht pflegten sie und die Mission St Miguel
besass 1821 gegen 100.000 Haupt Rindvieh, 50.000 Schafe,
viele Pferde und Maulthiere.
Ah Mexico sich von Spanien unabhängig gemacht hatte
plünderten die Abenteurer, welche diese Republik regierend
aussogen, natürlich den Orden. Derselbe besass das Land,
auf dem die Indianer Ackerbau und Viehzucht trieben
^uter Aufsicht und Leitung des Ordens, wie die Indianer von
l^araguay einst unter jener der Jesuiten — nicht zu eigen.
Sondern dasselbe wurde als Eigenthum der Indianer ange-^^hen.
Im Jahre 1840 erklärte die mexicanische Regierung