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Dies ist bisher ohne Intervention der Gesetzgebung, lediglich
durch die Speculation geschehen und hat sich bisher
die Lehre der physiokratischen Schule: volle Freiheit im
Kornhandel begünstige Producenten und Consumenten, bewährt,
wird dies auch im nächsten Jahrzehnt noch thun. Später
kann ein Rückschlag kommen durch die fortschreitende Monopolisirung
des Handels in einigen Händen. Alsdann erst wird
man in Amerika vielleicht an die Gesetzgebung mit Erfolg
appelliren. Bisher geschah es von Seiten der Granger ohne
Erfolg, weil durch Concurrenz Abhilfe geschaffen
wurde. Wie dies geschah, ist hier kurz darzustellen.
lieber den Getreideankauf im Westen habe ich mich daselbst
genauer informirt, als es in den Hafenstädten geschehen
konnte. Doch erfuhr ich hier, dass Getreide dort von kleinen
Händlern, die daselbst ansässig sind, meist aber von Agenten
grosser Firmen, die es direct nach Europa verkaufen, angekauft
wird. Sie zahlen den Farmern baar und senden das
Getreide nach Chicago und Milwaukee, von wo die Vertheilung
über die Exportplätze Boston, New-York, Philadelphia, Baltimore
erfolgt.
Neuerlich — seit die Mississippi-Strasse eröffnet ist —
rivalisirt St. Louis mit jenen beiden Städten, doch erwähne ich
diese neue Strasse hier noch nicht weiter, da sie erst jetzt
beginnt, sich im Osten fühlbar zu machen und ich sie geeigneten
Orts darstellen will. Auch Cincinnati kommt noch als
Sammelplatz, Collecting place, wie man hier sagt, für Getreide,
das nach Osten zu gehen bestimmt ist, in Frage.
Es gibt auch viele Farmer, welche nicht sofort nach der
Ernte dreschen und verkaufen, da sie in den letzten Jahren
viel Geld gemacht haben. Sie speculiren selbst mit ihrem
Erzeugnisse. Da die amerikanischen Zeitungen täglich telegraphische
Berichte über den Preis des Getreides in Liverpool,
New-York, Chicago bringen, der Farmer die Transportunkosten
von seiner Farm bis Chicago — oder einem anderen der
Sammelplätze — kennt, so wählt er selbst den Moment, in
welchem er verkaufen will.