ginn eines neuen europäischen Krieges die Glocken in christlichen
Kirchen die „Frommen“ zusammenrufen, um von
Christus, der da sagte zu Petrus:
„Stecke dein Schwert ein!“
jenseits des Rheins den Sieg der französischen Waffen, diesseits
des Rheins den Sieg der deutschen Waffen zu erflehen?
Mit welchen Worten des „neuen“ Testaments, des „Evangeliums“,
wollen sie zum Christengott, dem Gott aller Menschen,
flehen, dass er ihnen helfe, über ihre christlichen Brüder, mit
Opfern von Hunderttausenden von Menschenleben zu siegen?
Sie dürfen sich nicht auf das neue Testament berufen.
Sie müssen zurück zur Zeit Ciceros, der sagte: „Andere
Völker haben andere Götter — wir haben die unsrigen“
— und die mögen uns helfen; — weiter müssen sie zurück,
in das alte Testament, mit dem blutigen, gekrönten Rebellen
und Thronräuber David müssen sie, jeder seinen Nationalgott,
anschreien:
„Herr, hadere mit meinen Haderern, streite wider meine
Bestreiter.
„Ergreife den Schild und Waffen, und mache Dich auf, mir
zu helfen!
„Zücke den Spiess und schütze mich wieder meine Verfolger.
„Denn mit Dir kann ich Kriegsvolk zerschmeissen und mit
meinem Gott über die Mauer springen.
„Erleuchte meine Augen, dass ich nicht im Tode entschlafe.
Dass nicht mein Feind rühme, er sei meiner mächtig geworden,
und meine Widersacher sich nicht freuen, dass ich
niederliege.
„Herr, mache Dich auf, überwältige ihn und demüthige ihn!“
Soll schon vor einem neuen Kriege gebetet werden —
so sei es in den Synagogen! Ist ja doch unsere ökonomische
Gesetzgebung und unser wirthschaftliches Leben ohnehin
nicht mehr christlich, sondern jüdisch-heidnisch: „Auge um
Auge, Zahn um Zahn — und omne lucrum bonum!“