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Geldmenge und Waarenpreise.
Ricardo und seine Schule gänzlich übersieht — der
W erth des Geldes immer an dem einen Orte ein höherer
zu sein brauchte als an dem andern. l)ie Vergütung
für den Kostenaufwand, der mit einer Geldversendung
im Inlande verbunden ist, liegt eben auch hier einfach
auf Seite der betreilenden \V aaren oder bildet gewisser-
maassen nur einen Beslandtheil des Preises mit, welcher
lür eben diese Waaren bezahlt wird.
Das Gesagte dürfte genügen, um zu zeigen, dass
der gegen die Möglichkeit eines Exportes oder Importes
von Edelmetall, ohne eine in dem betreffenden Lande ver
gleichsweise vorausgegangene Veränderung im Werthe
des Edelmetalls, erhobene Einwand nicht stichhaltig ist.
Daher kann sich auch ein Ueberfluss an Münze sehr
gut im Wege des Exportes wieder ausgleichen, ohne
dass vorher der Werth der Münze oder des Edelmetalls
in dem betreffenden f.ande vergleichsweise auch nur
liiDgsstatt ist nur der Unterscliied, dass im letzteren Fall ein dop
pelter Profit gemacht wird, erstens ein Profit beim Importe, und
zweitens ein Profit beim Exporte von Waaren, daher auch nicht,
wie das Merkantilsystem annahm, der Stand der „Handelsbilanz"
d. h. das Verbaltniss zwischen Ein- und Ausfuhr sondern nur die
Summe von Ein- und Ausfuhr über das Maass des jeweilen im
Wege des auswärtigen Handels erzielten Nutzens oder Gewinnes
entscheidet.