Stärke
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stärke
Stärkesorten zu besprechen, welche bei uns fabrikmäßig
hergestellt und massenhaft verbraucht wer-,
hauptsächlich zu technischen Zwecken.
sin¿ dies die Weizen-, die Kartoffeldie
Reisstärke. — Weizenstärke. Das
®izenkorn besteht aus Hülse, Kleber und S.,
Reiche zum Behuf der Stärkegewinnung zu
«ennen sind. Weisenmehl enthält nur noch die
eiden letzteren, und wenn der Stärkefabrikant
diesem ausgeht, ist die Trennungsarbeit einacher.
Es wird das Mehl mit Wasser zu einem
teilen Teig geknetet und dieser in Portionen
on 4 bis 5 kg auf einem feinen Siebe, über
filches eine Brause einen fortwährenden Kegen
^Kießt, so lange durchgearbeitet, bis das Wasser
•fiht mehr milchig abüießt. Man behält dann
^nt dem Siebe den größten Teil des Klebers
^nrück, der zu Nahrungszwecken brauchbar ist,
'fi m dem betreffenden Artikel näher angegeben,
enn das Sieb gegangenen Flüssigkeiten
‘halten das Stärkemehl, aber noch untermengt
* otwas fein verteiltem Kleber, welcher nur so
temt werden kann, daß man ihn durch einen
^^ogsprozeß löslich macht. Die Masse wird
fihalh auf Bottichen mit einem sauren Ferment
^•;*etzt und in gelinder Wärme, unter zeit-Umrühren,
so lange belassen (etwa
zi i/^“oden), bis die Gärung beendet ist. Man
g fiht dann die Flüssigkeit von der abgesetzten
tr’ wäscht letztere mit vielem Wasser und
p 5*“ct sie. Wo Mahlsteuer besteht, ist dieser
füh r^"^^‘cu8weg, weil zu kostspielig, nicht aus-Es
tritt dann die andere Methode ein,
den V den ganzen Körnern ausgeht und
gx ^^fiber als solchen nicht gewinnt, sondern
, oh durch Gärung beseitigt. Das Verfahren
>n 8:ch hierbei wie fol^: Man verarbeitet
n„jO*'.Eegel guten großkörnigen, dünnschaligen
den ^^'"on Weizen, doch nimmt man gern auch
hra Y°blfeilen, sog. blauspitzigen mit ein wenig
häch *’•” den Spitzen. Die Körner werden zugjjj
in Bottichen oder Bassins mit Wasser
dgß^^S'^fiilt ; nach drei Tagen sind sie so erweicht,
fi*e sich zwischen den Fingern zerdrücken
*ie d*' kommen nun auf die Quetsche, wo
n^^durch zwei eiserne, gegen einander laufende
dicht neben einander liegende Walzen zu
juit *p*'drückt werden. Dieses kommt zusammen
ei^i ' ^8er wieder in Bassins. Hier tritt nach
Und*^” Tagen die Gärung ein, die Masse steigt
geriiu'^dß. so oft dies geschieht, wieder nieder-*>ne
y \^fi*'den. Die Gärung braucht im Sommer
W /®**-von etwa 14 Tagen, im Winter mehrere
fliiss' ^or Weizen bildet dann eine dick-Vo^
®^'**'fi Masse, in welcher gelbliche Massen
licji ^*fiher schwimmen, die man, so weit thunnu^’.
Abschöpfen entfernt. Das Ganze kommt
ilaj,/*} die Spülmaschine, eine Hohlwalze, deren
begtoui fiug neben einander stehenden Latten
räq,_ ‘ yud vermöge der schmalen Zwischen-8¡ck
Î ein Sieb wirkt. Indem die Walze
auf / . > füllt beständig Wasser in Kegenform
dfir¿Bi¿d**fihentlich in dieselbe, und es werden
•Sfisni u ^ die S. und der Best von Kleber ausbeu
indes die Hülsen in der Trommel blei-^ssch-
®“®*^dings hat man hierfür geeignetere
luiuu..*“®*}- Die von der Spülmaschine ablaufende
Uft, , r'nliche Flüssigkeit fließt in die Quirlbassins,
beitgt'®*" durch eine stehende Flügelwelle bear-Hiu
werden. 8. und Kleber werden also
ist Una gehindert, bis das Bassin voll
firstere f den Quirl abstellt. Dann sinkt
*ast sofort nieder, indes der letztere langsamer
nachfolgt und auf dem Niederschlag der
S. eine Oberschicht bildet, die nach Abheben
des überstellenden Wassers sorgfältig abgenommen
wird. Die S. wird wieder mit Wasser angerührt
und in die Setzwannen gepumpt, wobei
sie durch ein feines Haarsieb gehen muß. Hat
sie sich hier gesetzt und ist das Wasser abgelassen,
so wird sie durch eine Zentrifuge oder
auch durch eine sog. Nutsche entwässert, in
Stücke geschnitten und auf dem Trockenboden
zum Trocknen gebracht. Die im Quirlbassin abgehobene
Oberschicht, das sog. Grobe, enthält
noch viele Stärkekömehen, die der Fabrikant
nicht verloren gehen lassen kann. Es wird daher
diese Masse gewöhnlich wieder mit Wasser gemischt
und über breite hölzerne Kinnen geleitet,
welche sehr geringen Fall haben, sodaß ein ganz
langsames Fließen statt hat, wobei der Kest der
S. sich absetzt. Die abgelaufene Flüssigkeit heißt
nun Schlempe, ein Stoff, der nur als Schweinefutter
verwendbar ist, daher die Stärkefabriken
gewöhnlich zum Schweinehalten veranlaßt sind.
Einen besser zu verwertenden und gut verkäuflichen
Abfall bilden die von der Spülmaschine kommenden
Hülsen, welche auch von anderem Vieh,
Schafen, Kindern, Pferden, gefressen werden.
Wenn auf dem Trockenboden die großen Stärkestücke
eine trockene Kmste von etwa 4 mm Dicke
erhalten haben, so schabt man sie ab, weil sie in der
Kegel schmutzig geworden sind. Dieser Abfall bildet
die Schabestärke, welcher hauptsächlich
zu Kleister dient. Die großen Stücke werden nun
in kleinere geschlagen und auf Horden weiter
getrocknet, wobei die Masse von selbst in noch
kleinere Teile zerfällt. Dies ist dann die gewöhnliche
Waschstärke. Manche Fabriken bereiten
aus der gewöhnlichen S. noch feinere Produkte
durch wiederholtes Schlämmen u. dgl., z. B.
Strahlenstärke, Patentstengelstärke,
Puderstärke, Spitzenstärke u. a. Ein
Hauptsitz der Stärkefabrikation aus Weizen ist
Halle, dann folgen Nürnberg, Augsburg, Neuwied,
Köln, Koblenz, Mannheim u. a. Schlesien
produziert außer viel Kartoffelstärke auch solche
aus Weizen. — Kartoffelstärke. Die Darstellung
dieser Stärkesorte ist ganz einfach und
geschieht fabrikmäßig im wesentlichen ebenso,
wie sie oft genug in häuslichen Wirtschaften
zum Selbstgebrauch vorkommt. Die rohen gewaschenen
Kartoffeln werden zerrieben, in Fabriken
natürlich durch Maschinen, und aus dem
entstandenen feinen Brei wird die 8. auf Sieben
oder in einer anderen Weise mit vielem kalten
Wasser ausgewaschen und mit diesem auf Kufen
oder in Bassins gebracht, wo sich die 8. zu
Boden setzt. Nach Ablassen des überstehenden
Wassers wird von der S. die oberste unreine
Schicht entfernt, das übrige ausgestochen, an der
Luft und nachgehends in künstlicher Wänne getrocknet.
Die trockene Masse wird mit W^alzen
zerdrückt und gesiebt; sie bildet ein schneeweißes
knirschendes Pulver. Der Stärkegehalt der Kartoffeln
ist bekanntlich ziemlich verschieden und
man gewinnt nach Umständen 14 bis 24®/,. Ein
unausbringlicher Kest bleibt in der rückständigen
Masse, welche als Viehfutter verwendet wird. —
Reisstärke wird in England, Belgien und jetzt
auch in Deutschland im großen bereitet, ist auch
bei uns schon ein gewöhnlicher Ladenartikel und
wird als das feinste Stärk- und Appreturmittel
verwendet. Die meisten und größten englischen
Fabriken für Reisstärke befinden sich in Norwich.
Einige Keissorten geben 80 bis 90®/, S.,