Arbeiter, Mitglied einer Trade-Union, ist gewöhnt, Beefsteak
zu essen und. dazu eine Kanne Ale zu trinken; er hat ferner
die Gewohnheit, außerhalb der Stadt in einem kleinen Cot-
tage zu wohnen und die Stadt durch die Untergrundbahn
(tube) zu erreichen; Sonntags geht er in einem schwarzen
Gehrock und mit einem Seidenzylinderhut angetan aus;
Wahrscheinlich gewöhnt sich jetzt auch der englische Ar:
beiter, gleich seinem amerikanischen Genossen, den „Ford“
zu benutzen. Gewiß, die Dockarbeiter sind, ebenso wie an-
dere ungelernte Arbeiter, gezwungen, bedeutend bescheide-
ner zu leben, allein der Sozialismus ist doch nicht dazu da,
um den standard of life der Arbeiterklasse herabzudrücken.
Der Arbeiter selbst kennt natürlich den abgestuften Wert,
den die verschiedenen Wirtschaftsgüter für ihn haben. Wahr:
scheinlich wird er weder auf Beefsteak noch auf die erste
Kanne Ale jemals verzichten wollen; der dritten und der
vierten Kanne aber wird er wohl, falls er eine Familie hat,
ein drittes Zimmer im Cottage vorziehen; einer weiteren Ver-
größerung des Cottage wird er aber wohl einen schwarzen
Gehrock, ein Festkleid für seine Frau usw. vorziehen. Im
übrigen haben auch die Arbeiter als Kulturmenschen einen
individuell verschiedenen Geschmack, und sie stellen ent-
sprechende Forderungen an den kapitalistischen Markt, 'auf
dem die unendlich mannigfaltige Nachfrage ohne jegliche
Statistik summiert wird.
Aber wie sollen wir als Funktionäre des sozialistischen
Öbersten Volkswirtschaftsrats diese Probleme a priori lösen,
welche objektive Unterlagen besitzen wir für eine solche
Lösung, wenn kein Markt da ist, auf dem die Konsumenten
selber den Intensitätsgrad ihres Bedarfs zum Ausdruck brin-
gen können? Selbst eine Vorausbestimmung des elementar-
sten Bedarfs stellt, in Ermangelung eines Marktes, keines-
wegs eine so leichte Aufgabe dar, wie viele es sich vorstellen.
Beginnen wir mit den Nahrungsmitteln. Nehmen wir an,
daß die Statistik uns zeitgemäße und genaue Angaben über
die Zahl der Bevölkerung, ihren Geschlechts- und Alters-
aufbau sowie ihre Berufsgliederung liefert. Die Physiologie
gibt uns ferner die Zahl der Kalorien an, die Menschen
verschiedenen Geschlechts und Alters bei verschiedener
Arbeitsanspannung brauchen. Die Wissenschaft gibt uns
an, welches Minimum von Eiweiß in der Nahrung enthalten
sein muß; die übrigen Kalorien können durch Fette und
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