Full text: Tote und lebendige Wissenschaft

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bloß als Vertreter (Exponent) einer wirtschaftlichen Unter- 
Ganzheit zu betrachten ist. 
Alle bisherigen Beispiele und Betrachtungen zeigten immer 
wieder, wie man den „Tausch" wohl psychologisch dem Ein 
zelnen zurechnen kann, z. B. sofern er sich sagt, „Ich verkaufe 
meine Aktien", „Ich kaufe mir Pferde statt der Ochsen"; aber 
wie wirtschaftlich diese Handlung nicht im Umkreise der je 
weils lauschenden Personen stecken bleibt, und ferner auch 
nicht ihrem Umkreis entsprungen sein kann. Die Tausch- 
handlung ist wirtschaftlich nichts Selbst 
wüchsiges, sie ist darum auch nichts Atomhaftes, nichts 
Summenhaftes, sie ist kein Zusammen-stückeln, kein Zusammen 
setzen! Wirtschaftlich besteht Tausch überhaupt nicht in der 
„Handlung" Einzelner, sondern vermittelt, wie wir sahen, 
die organische Verbindung von wirtschaftlichen Betrieben, be 
deutet organische Vorgänge im Ganzen der Volkswirtschaft. 
Tausch ist Ausdruck, ist gleichsam Gelenk der organischen 
Verbindungen und Auseinandersetzungen. Nicht die Indivi 
duen als selbständige, eigene, selbstbestimmte oder gar willkür 
liche sind es, die lauschen, sondern die Betriebe verschiedener 
Stufen der Erzeugung sind es, die im Tausche ihre Erzeugnisse, 
Kapitalien usf. aneinander abgeben und verrechnen. Die im Ab 
geben und Übernehmen gegebene Jneinanderordnung der Wirt 
schaftsbetriebe oder „Gebilde" zu höheren Ganzen ist es, die 
im Tausche sich vollzieht. Tausch ist daher: die Sichtbar- 
werdung jener Ganzheit, als deren bloße 
Glieder sich die Tauschenden offenbaren. Diese 
Ganzheit ist, wie sich zeigte, jeweils von ganz bestimmter Art: 
Sie nimmt das Gut als in eine höhere Stufe der Verrichtung, 
d. h. in größere Zielnähe, oder zur endgültigen Leistung in 
sich auf. — Daraus ergibt sich folgende genaue Begriffsbestim 
mung des Tausches, bezw. des Kaufes und Verkaufes: 
Tausch ist die freie, organisatorisch nicht im voraus genau
	        
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