Full text : Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

4.  Kap.  Die  nichtfreie  Preisbildung.

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Endlich  ist  ein  Monopolpreis  in  gewissen  besondern  Fällen,  wenn  er  auch
Momentan  für  einige  gewisse  Verluste  mit  sich  bringt,  auf  die  Dauer  ein
Ģewinn  für  die  gesamte  menschliche  Gesellschaft.  Das  trifft  namentlich  bezüglich ­
  der  Patente  und  des  Autorrechtes  zu.  Ein  Patent  gewährleistet  dem
Erfinder  auf  eine  bestimmte  Zeit  das  ausschließliche  Nutzungs-  und  Verkaufs-^cht
  eines  gewissen  Verfahrens  und  gewisser  Gegenstände.  Es  hat  also  eine
^umme  von  Nachtheilen  für  andere  zur  Folge.  Aber  diese  werden  von  den
^urch  gewährten  Vortheilen  bei  weitem  überwogen.  Die  Verleihung  eines
Patentes  wirkt  als  ein  Sporn,  der  zu  Erfindungen  antreibt  und  für  den  sich
ņoch  kein  Ersatz  gefunden  hat.  Das  Gleiche  gilt  vom  Autorrecht.
Was  den  Detailhandel  anlangt,  so  sind  Monopolpreise  besonders  da  zu
Achten,  wo  die  Bevölkerung  arm  ist  und  eine  Anzahl  in  Dürftigkeit  lebender
bute  sich  durch  die  Verhältnisse  genöthigt  sieht,  das  Nothwendige  in  einem
^'ņzigen  Kaufladen  oder  in  einer  kleinen  Anzahl  solcher  einzukaufen.
Im  Detailhandel  findet  sich  auch  eine  dritte,  sowohl  von  den  Marktļ*
 â  auch  von  den  Monopolpreisen  verschiedene  Art  von  Preisen,  die  man  als
^sönliche  Preise  bezeichnen  kann.  Die  Höhe  derselben  hängt  von  dem
brsönlichen  Charakter  und  den  individuellen  Verhältnissen  der  vertragschließenden
^kile  ab.  Ein  geschickter  oder  gewissenloser  Mensch,  welchem  der  Zeitverlust
®  er  die  Herabsetzung  seiner  persönlichen  Würde  gleichgiltig  ist,  kann  theurer
kaufen  oder  billiger  kaufen  als  andere,  welche  diese  Charaktereigenschaften
ņîcht  besitzen.  Dagegen  lassen  sich  viel  Zeit  und  Mühe  ersparen  und  viele
bbervortheilungen  vermeiden,  wenn  im  Detailhandel  feste  Preise  für  alle
uufer  eingeführt  und  trotz  der  inzwischen  vorkommenden  Schwankungen  der
ņgrospreise  auf  eine  längere  Zeitdauer  hinaus  normirt  werden.  Eine  solche
Achtung  verstößt  durchaus  nicht  gegen  die  Gerechtigkeit,  sie  ist  vielmehr  als
s^f tQ 8 e  für  das  Publikum  herbeigeführt  werden,  liefern  die  Verhältnisse  in  den
die  brüten  Staaten  besonders  lehrreiche  Beispiele.  Dort  werden  die  Preise  durch
thîil'  J 1 * 00  hosts'  genannten  Cartelle  im  allgemeinen  nicht  in  dem  Matze  zum  Rachdie
  e . r  Konsumenten  gesteigert,  als  man  vermuthen  könnte.  Für  den  Fall,  daß
Co,,  °ise  ein  gewisses  Maß  überschreiten  würden,  bleibt  eben  stets  die  Gefahr  der
bestehen,  und  das  wirkt  heilsam.  Die  Trusts  machen  allerdings  grotze
îndull  Ş  '  ^  die  Ursache  derselben  ist  zum  guten  Theil  in  der  vervollkommneten
Organisation  und  in  der  durch  sie  herbeigeführten  Beschränkung  des
de^Şņhandels  zu  suchen,  sowie  auch  darin,  daß  unnütze  Reibungen  zwischen  den
feiti Q , le  CUC,t  Teilnehmern  vermieden  und  schlecht  eingerichtete  Unternehmungen  beprxis»
  ìo^rden.  Ja  der  ,Standard  oil  trust'  hat  sogar  nachgewiesen,  daß  die  petroleum-Petr
  r  feinem  Bestehen  sanken,  und  mächtig  dazu  mitgewirkt,  dem  amerikanischen
^JHeunt  den  europäischen  Markt  zu  erhalten  (siehe  Jan  net  und  Kämpfe  a.  a.  O.
9eienu >98  unb  unsern  Artikel  .Cartelle'  im  II.  Bd.  des  Staatslexikons  der  Görres-'chaft.
  Freiburg,  Herder,  1894).
            
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