Full text : Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

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IL  Buch.  Der  Güteraustausch.

häufig  nicht  nur  zur  Gewährung  von  Darlehen  gegen  Ausstellung  von  Wechseln,
sondern  auch  zum  Dis  contiren  solcher  verwendet  werden.  Eine  übermäßig
große  Ausdehnung  dieser  Art  von  Geschäft  ist  freilich  unter  Umständen  nt«
einem  beträchtlichen  Risico  verbunden  und  kann  zum  gänzlichen  Ruin  des
betreffenden  Bankunternehmens  führen.
7.  der  Umtausch  von  Umlaufsmitteln  gegen  Edelmetallbarren  und  umgekehrt^ ­
  der  verschiedenen  Arten  von  Umlaufsmitteln  gegeneinander  und  von
Wechseln,  die  an  einem  Platze  zahlbar  sind,  gegen  solche,  die  an  emeM
andern  fällig  werden.  In  frühem  Jahrhunderten,  in  welchen  die  Münzen
im  Handel  noch  verhältnißmäßig  viel  häufiger  als  gegenwärtig  zu  Zahlungen
verwendet  wurden;  dazumal,  als  es  in  Europa  eine  große  Menge  verschiedener ­
  Währungen  gab  und  die  Münzen  ihrem  Gehalte  nach  sehr  unglel«
waren,  hatten  die  mit  dem  Umwechseln  von  Stücken  der  einen  Sorte  gegen
solche  einer  andern  sich  befassenden  Geschäfte  eine  große  Bedeutung,  jedenfşş
eine  weit  größere  als  heutzutage.  Dagegen  hat  das  mit  Schuldforderungen
und  besonders  mit  an  entfernten  Plätzen  zahlbaren  Wechseln  sich  befassende
Geschäft  in  allen  Handelsstädten  eine  große  Ausdehnung  erreicht.  Die  Gründe
derartiger  Transaktionen  sind  diese:  Nehmen  wir  den  folgenden  Fall  nn-Ein
  Hamburger  Kaufmann,  welcher  Zahlungen  an  einem  entfernten  Platzt
z.  B.  in  New  York  oder  in  Rio  de  Janeiro,  zu  machen  hat,  wünscht
.Hamburg  einen  andern  Kaufmann  zu  finden,  der  solche  in  New  York  ö
in  Rio  zu  fordern  hat,  und  ihm  dieselben  abzukaufen,  wenn  er  bereit
ihm  dieselben  zu  überlassen.  Durch  das  Zustandekommen  eines  solchen  Kaust
wird  für  beide  ein  Vortheil  erzielt.  Der  eine  braucht  sich  nicht  die  Mühe
und  Kosten  der  Sendung  von  Silber  oder  Gold  oder  am  Bestimmungen^
gegen  Geld  umzusetzenden  Waren  zu  machen,  und  der  andere  braucht  l el  _
Geld  nicht  einzutreiben  und  nicht  kommen  zu  lassen.  Die  Kosten,  die  eine  ^
jeden  der  beiden  Eontrahenten  aus  der  Sendung  bezw.  aus  dem  Komme  ^
lassen  erwachsen  würden,  bilden  die  Grenze,  bis  zu  welcher  nötigenfalls  »
eine  Theil  eine  über  den  auf  der  Anweisung  oder  dem  Wechsel  angegebene
Betrag  hinausgehende  Summe  bezahlen  bezw.  der  andere  in  einen  Aķ
von  diesem  Betrage  willigen  wird.  Wie  sich  der  Preis  zwischen  diesen  bel
äußersten  Grenzen,  der  Höhe  des  betreffenden  Betrages  und  der  sich  aus
Addition  desselben  und  der  erwachsenden  Sendnngskosten  ergebenden  $ c l slI
summe,  stellen  wird,  das  hängt  von  dem  jeweiligen  Verhältniß  zwischen  ^
Nachfrage  und  dem  Angebot  derartiger  Forderungen  ab.  In  verschiede  ^
großen  Handelscentren  besteht  ein  Markt  für  dieselben,  auf  welchen  -
Häuser  oder  Wechselmakler  die  Geschäftsabschlüffe  vermitteln.  Wenn  ein  i
hauptsächlich  ein  Sitz  von  Gläubigern  ist,  so  daß  in  der  Regel  mehr
dorthin  strömt  als  von  dort  versendet  wird,  z.  B.  London,  wird  die
            
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