Full text: Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

9. Kap. Der Credit. 265 
| r % nach dort zahlbaren Forderungen größer sein und muffen dieselben dem- 
ņ sprechend theurer bezahlt werden. So haben in Berlin die in London 
îgen Forderungen, d. h. die dort zahlbaren Wechsel — da im kauf 
männischen Verkehr von einem Handelsplatz zum andern zu den Zahlungen, 
îk nicht in Barem zu erfolgen haben, gewöhnlich Wechsel verwendet werden — 
f lnen höhern Preis als die in Paris zahlbaren. Es betrug demnach in Berlin 
J Wechselkurs auf London am 18. Juli 1894 20 Mark 37^2 Pfg., d. h. 
mußten die auf London lautenden Wechsel per Pfund Sterling um 
g 2 Ņfg. theurer bezahlt werden als das bare Geld, der Sovereign. Da- 
^8en betrug daselbst der Wechselcurs auf Paris am nämlichen Tage nur 
Mark 95 Pfg., stand demnach dazumal nicht höher als der Preis, welcher 
Q lr şŗanzôsisches Goldgeld in Berlin bezahlt wurde; denn 100 Francs waren 
J jenem Tage in Berlin um 80 Mark 95 Pfg. erhältlich. Umgekehrt 
Nied ' "Erlich in London der Wechselcurs auf Berlin ein entsprechend 
M îìgerer, indem keine besonders starke Nachfrage nach in Berlin zahlbaren 
^bchseln herrschte. 
Na Wechselverkehr zwischen Ländern mit verschiedener Währung muß 
im Falle, daß eines derselben die Papierwährung hat und daß 
Ad m "örrmäßiger Menge verausgabte, gegen Metall nicht einlösbare Papier- 
şind ^^"îenden Werthschwankungen unterliegt, noch eine Berechnung statt- 
t i Cl1 ' die auf Grund der wechselnden Curse eines bestimmten Zeitraumes 
en îurchschnittswerth feststellt, damit ein dem wahren Werthe der Währung, 
^ sicher die Zahlung des im Wechsel ausgesprochenen Betrages zu erfolgen 
' Möglichst entsprechender Preis erzielt werde. 
mU ^ "brigens davor hüten, der Thatsache, daß ein Land in 
es b "° n Wechseln oder in Barem an ein anderes mehr zu zahlen hat als 
* e 9en° n an Zahlungen empfängt, eine übertriebene Bedeutung beizn- 
s übertriebene Werthschätzung einer activen Zahlungsbilanz im 
verschiedenen Länder gründet in dem alten Irrglauben, daß der 
Uveite ^ en Metallgeldes an und für sich ein Glück für ein Land sei, sowie 
>n der Meinung, daß ein Ueberschuß der Summe der importirten 
sstô^ş^ņìttel über den Betrag der exportirten wie ein förmliches Aus- 
Geldes zu werthen sei. Diese Meinung ist durchaus unbe- 
zià Şî' Mittelst der aus andern Ländern entliehenen Gelder, für deren Ver- 
"ļļkrdings viel Geld außer Landes geht, läßt sich ja beispielsweise sehr 
eitlC ^ nfeu i trie begründen, welche dem betreffenden Lande sehr großen 
dxsş^'ļ bringt und sogar einen Export nach dem Auslande ermöglicht, durch 
bi e ^rägniß der durch die Geldausfuhr nach dem Lande, aus welchem 
lu Ur ^ llr Einführung dieser Industrie erforderlichen Geldkapitalien entliehen 
en ' verursachte Verlust an Umlaufsmitteln mehr als ausgewogen wird.
	        
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