Full text : Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

1.  Kap.  Grundlegende  Begriffe  der  Volkswirtschaftslehre.

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seiner  weitern  Bedeutung  anwendet.  Besteht  nämlich  das  Entgelt  auf  einer
oder  auf  beiden  Seiten  nicht  in  der  unmittelbaren  Uebertragung  von  Gütern,
sondern  darin,  daß  beide  Theile  in  gewissen  Persönlichen  Beziehungen  zu
einander  sich  befinden,  so  ist  die  Uebereinkunft  nur  im  weitern  Sinne  ein
rausch  und  können  die  Güter,  um  die  es  sich  handelt,  nicht  als  Waren  bezeichnet ­
  werden.  Hierher  gehört  das  Miethen  von  Diensten  und  persönlichen
Leistungen  aller  Art,  ob  es  sich  nun  um  die  Functionen  des  berühmtesten
Arztes  oder  um  die  Arbeitskraft  des  geringsten  Bauernknechts  handelt,  das
Miethen  und  Vermiethen  von  Häusern,  Landgütern,  Pferden,  Möbeln  und
andern  materiellen  Gütern  und  alles  Borgen  und  Entleihen,  sobald  dasselbe ­
  nicht  ohne  Bezug  eines  Zinses  stattfindet.  Alle  diese  Güter,  sowohl  die
persönlichen  oís  die  materiellen,  werden  unter  dem  Begriff  vermiethbare
Güter  (bona  conductitia)  zusammengefaßt  und  besitzen  einen  Miethswerth.
^  àv  den  Begriffen  des  Werthes  und  des  Tausches  ergibt  sich  derjenige
des  Preises.  Derselbe  kann  als  der  Ausdruck  des  Tauschwerthes  durch  ein
)Aaß  bezeichnet  werden.  Das  letztere  muß  in  einer  bestimmten  Quantität
materieller,  tauschfähiger  Güter  bestehen,  die  in  der  Regel  allgemein  als  Tauschmittel ­
  gebraucht  werden,  und  die  man,  wie  wir  im  nächsten  Buche  sehen
werden,  Geld  nennt.  In  civilisirten  Staaten  ist  sogar  das  Geld  so  vorwagend ­
  als  Werthmesser  gebräuchlich,  daß  man  Preis  und  Geldpreis  als
gleichbedeutend  bezeichnen  kann.
Rach  dem,  was  im  vorhergehenden  bezüglich  der  Begriffe  Gut  und
Werth  gesagt  worden  ist,  können  wir  auf  Fragen,  wie  die  folgende  Antwort ­
  geben:  Ist  das  milde  Klima  Aegyptens,  welches  so  primitive  Wohnungen
zulapt  so  wenig  Kleidung  und  Heizung  benöthigt,  als  ein  wirtschaftliches  Gut
anzusehen  f  Ganz  gewiß,  geradesogut  als  die  Oefen  und  Feuerungsvorräthe  Norwegens. ­
  Wohl  aber  ist  weniger  Privateigenthum  in  ersterem  Lande  vorhanden,
W  W  Ahmn  m#  mie  blese  anbern  Wüter  in  ben  ^*00#  nber#en  sann.
er  dritte  der  wesentlichen  Begriffe,  von  denen  wir  hier  zu  handeln
la  en,  ist  derjenige  der  Kosten.  Wir  haben  darunter  die  bestimmte  Menge
eine*  oder  verschiedener  Arten  von  Gütern  zu  verstehen,  welche  von  jemand
hingegeben  werden  muß,  um  sich  ein  anderes  Gut  zu  verschaffen.  Als  Kosten
öiineii  demnach  alle  Arten  von  Gütern  erscheinen,  welche  hingegeben  werden
kvniien,  resp.  auf  die  verzichtet  werden  muß,  um  sich  gewisse  Güter  zu  verschaffen. ­
  Ruhm,  Erholung,  Gesundheit,  sociale  Stellung,  häusliche  Qrdnung
">id  Annehmlichkeit,  körperliche  Vorzüge  und  ebenso  der  Verbrauch,  die  Beschädigung ­
  und  die  Abnutzung  sowie  die  Hingabe  von  Sachgütern.  Kosten
G  also  ein  weiterer  Begriff  als  Preis  und  als  Arbeit.  Der  Verbrauch  von
Feuerung  durch  eine  Maschine  ist  keine  Arbeit.  Arbeit  ist  eine  menschliche
Thätigkeit.  Aber  nicht  jede  solche  erscheint  als  Arbeit.  Körperliche  Uebungen
            
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