Full text : Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

3.  Kap.  Die  verschiedenen  Arten  der  öffentlichen  Einkünfte.

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die  Zölle  zum  Theil  herabgesetzt  sind,  so  bleibt  doch  die  Belastung  der  deutschen

Konsumenten  noch  immer  eine  große,
die  Zölle  und  Verbrauchssteuern  von
der  Bevölkerung:
von  Kaffee  .  .  .
„  Tabak.  .  .
„  Reis  .  .  .
„  Heringen.  .
„  Getreide  .  .
„  Salz  .  .  .
„  Branntwein  .
„  Bier  .  .  .

Im  Jahre  1888/1889  z.  B.  betrugen
den  folgenden  Artikeln  auf  den  Kopf
—  Mark  95  Pfg.
—  »  95  „

2  .  6
—  ft  93
2  ,  96

8  Mark  71'/,  Pfg.

Das  macht  also  für  eine  Familie  von  fünf  Personen  43  Mark  57^2  Pfg.  aus^.
Auch  in  Oesterreich,  wo  namentlich  die  Zucker-  und  die  Branntweinsteuer
von  Wichtigkeit  sind,  und  in  Frankreich  sind  die  Abgaben  dieser  Art  sehr
bedeutend,  und  schließlich  kann  dasselbe  von  allen  civilisirten  Staaten  Europas
und  Nordamerikas  behauptet  werden.
Uebrigcns  sind  auch  die  Monopole,  welche  heutzutage  in  verschiedenen
Staaten  bestehen,  in  der  That  nichts  anderes  als  Verbrauchssteuern.  Die
Dtonopolisirung  der  betreffenden  Productionszweige  und  des  Verkaufs  ihrer
Erzeugnisse  ist  die  leichteste  Art  und  Weise,  sie  zu  besteuern.  So  sind  das
Salzmonopol  in  Oesterreich  und  Italien,  das  Tabakmonopol  in  diesen  beiden
Staaten,  in  Frankreich  und  in  Spanien,  das  Opiummonopol  in  Indien
wichtige  Quellen  des  Staatseinkommens,  und  wenn  man  sich  einmal  dazu
Entschließt,  einen  bestimmten  Artikel  stark  zu  besteuern,  so  ist  der  monopolistische
betrieb  der  Production  und  des  Verkaufs  durch  den  Staat  oftmals  wirklich
für  diese  Steuer  der  beste  Einhebungsmodus 2  *  *  * .
Doch  ist  das  durchaus  nicht  immer  der  Fall.  In  Frankreich  z.  B.  hat
das  Tabakmonopol  in  den  22  tabakbauenden  Departements  sehr  schlechte
kulturelle  und  ökonomische  Früchte  gezeitigt.  Hier  herrschen  Willkür  und  Laune,
dort  übertriebene  Strenge  und  Mißtrauen  gegen  jede  Aeußerung  der  Privatşuitiatwe,
  eine  Neigung,  den  Landwirt  zu  nichts  als  zu  einem  Instrument,
welches  süt,  zu  machen,  und  andere  Uebelstände 8 .
In  unserem  Jahrhundert,  ja  bis  vor  einigen  Jahrzehnten,  wurden  die
Steuern  vom  Verbrauch  einzelner  Güter  als  die  milde  und  civilisirte,  neuzeit-1
  .Arbeiterwohl'  11.  Jahrg.,  3.  Heft  (Köln  1891),  50.  51.
2  Pr.  Bast  able,  On  Taxation  through  Monopoly,  in  .Economic  Journal'  (London,
June  1891).
*  Em.  Ratoin,  L’agriculture  d’Ktat,  in  .Journal  des  Économistes 1  5«  série,
(Paris,  janvier-mars  1893),  200—207.
            
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