Full text : Schragen der Gilden und Aemter der Stadt Riga bis 1621

Hie  Organisation  der  Gewerbetreibenden  in  Ämter.

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kommt  in  Eintragungen  des  Stadtbuches  von  Reval  mehrfach  in
den  Jahren  1341  —1330  vor’.
Diese  rigischen  und  revalschen  Gilden  sind  nach  dänischem
luster  errichtet.  Das  Statut  der  Heilig  -  Kreuz  -  Bruderschaft  vom
Xovbr.  1252  fällt  in  eine  Zeit,  die  den  ältesten  dänischen  Gildeordnungen
  nicht  fern  liegt.  Es  betont  noch  mehr  als  das  älteste
panische  Statut,  das  der  König  Knutsgilde  zu  Flensburg,  etwa  aus
Zeit  von  1182  —1202,  den  religiösen  Zweck  der  Vereinigung,
eine  einzelnen  Artikel  aber  sind  fast  durchgängig  übereinstimmend,
6nn  auch  nicht  gerade  im  Wortlaut,  mit  den  Bestimmungen  der
Päteren  dänischen  Ordnungen  der  Gilden  zu  Store  Hedinge,  zu
ollehave  und  Malmö  aus  der  Mitte  und  der  zweiten  Hälfte  des
’’eizehnten  Jahrhunderts*.  Die  Statuten  wiederum  der  Revaler
^  nutsgilde  stimmen  zum  Theil  wörtlich  mit  denen  der  Malmöer
ilde  überein  und  auch  die  Statuten  der  Heiligen  Leichnamsgilde
’nd  aus  den  dänischen  (iildeordnungen  geschöpft,  besonders  aus
ältesten  von  Flensburg  und  Odense*.
Auf  solche  Gilden  wird  es  sich  beziehen,  wenn  Bischof  Albert
le  nach  livländischen  Häfen  handelnden  Kauf-^
  Ute  bestimmt,  dass  sie  ohne  seine  (Genehmigung  keine  (Gilde
»  noch  der  Jurisdiction  des  Vogtes,  der  über  alle  Gilden  zu

bilden

•chten  hatte,  sich  entziehen  durften^.  Diese  (Gilden  waren  noch
^bt  nach  Berufen  ihrer  Mitglieder  abgeschlossen.  Wenn  es  auch
^kommt,  dass  gewisse  Kategorien  von  Handwerkern  ausge-^
  Gossen  blieben,  z.  B.  aus  der  Heilig-Kreuz-Gilde  in  Riga  die
^  ^ber  und  Badstüber*,  so  mag  das  in  örtlichen  Verhältnissen  oder
allgemeinen  Anrüchigkeit  dieser  Handtierungen  gelegen  haben.
^  hat  nun  den  Anschein,  als  ob  durch  Auflösung  der  Heiliglu
  Riga  zur  Bildung  von  Handwerkergenossenschaften
Ämtern  erst  recht  der  Anstoss  gegeben  wurde.  Am  Abend
usabethtages  des  Jahres  1352,  d.  h.  an  demselben  Tage,  an
hundert  Jahre  vorher  die  Heilig-Kreuz-Gilde  gestiftet  worden
bildete  sich  nämlich  die  sogen.  Kleine  (Gilde.  Die  Stube  von
lat^^*^-  ^^hin  das  Vereinshaus  der  Handwerker,  liess  ihr  in
^’Uischer  Sprache  vorhandenes  Statut  ins  Deutsche  übertragen®
*  Heo-ffi  Keussler,  a.  a.  O.,  S.  17.
"ürditrp,  u,*’.  ^  O.  I,  S.  240  übersetzt  das  niederdeutsche  „bastover“  merk-Hg
  Weise  mit  .Bastard“.
Theil  Nr.  41.  in  dieser  Weise  sind  die  in  2  Theile  abgedruckten
"  bezeichnet.
            
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