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Der Aufschwungs der Handwerksämtcr im i6. Jahrhundert.
keinen (irund es zu bezweifeln. Als nun die rigischen Tischler g
falls Neigung zur Errichtung eines Amts verriethen, bemühten
unter Anerbietung von Geld brieflich von Reval aus die Abschri
Schragens zu erlangen. Im dortigen Tischleramte war man so
bereit dazu, verlangte aber, dass einer der Rigenser persònh^’’
Schrägen holen käme. So reiste denn der Meister Peter
1536 zu Schlitten nach Reval und holte sich die Kopie, deren
fort
ilich den
Rauen
Wort
laut denn auch nach mehrjährigen Verhandlungen mit dem
sehen Rathe von diesem als „Schrägen“ bestätigt wurdet
Einen gewiss nicht oft betretenen Weg schlugen flio
mâcher in Riga 1595 ein, um zu einem Schrägen zu
Sie beriefen nämlich Vertreter der Hutmacher-Ämter aus
Hamburg, Wismar, Rostock und Mölln nach Riga und
von diesen den Schrägen aufsetzen, dessen Bestätigung sie
alsdann vom Rathe erbaten. Warum gerade die genannten^^^^_^^^
ausgewählt waren, lässt sich heute nicht mehr erklären. ^
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waren auch die Hutmacher-Ämter anderer Städte aufg
worden mitzuwirken, unterliessen aber dem Rufe Folge
Das Datum der Rollen -der Hutmacher in Wismar und
nicht bekannt. Jedenfalls bestanden in diesen Städten (he
schon längere Zeit vor 1574, aus welchem Jahre uns ein
samer in Lübeck von Vertretern der Hutmacherzünfte m ^
Hamburg, Lüneburg, Wismar, Rostock und Mölln über jgf
machergesellen aufl)ewahrt ist®. In Stettin bestand ein > ^
Hutmacher seit 1533», in Rostock ein Amt der Hutfilter
der Hutstaffirer seit 1603^ in Hamburg ein Amt der « ¿ie
seit dem 14. Jahrhundert, der Hutstaffirer seit ' ¡¡cM'
Rollen der Hamburger Gewerbetreibenden sind verö
Doch lässt sich weder aus ihnen noch aus den handschn^^
in Rostock eine in die Augen springende Übereinstimtn^
dem rigischen Schrägen, der uns erst in einer i<x) Jan*' ‘
Redaction aufbewahrt ist, erkennen.
Haben wir in den vorstehend erzählten Fällen sichere jgii
punkte für den Ursprung der Schrägen, so mag schliesslio i
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1 Nach einer Eintragung im Meisterbuch der rigischen Tisc
abgedr. „Rigaer Tageblatt“ 1891, Nr. 243. S- ^
2 Rüdiger, Ältere Hamburgische Handwerksgcsellcndocuraente.
3 Blümcke, Die Handwerkszünfte Stettins. 1884, S. 25.
4 Rollenbücher im Stadtarchiv zu Rostock. Ropl^
5 Rüdiger, Die ältesten Hamburgischen Zunftrollen, S. iio
Hamburger Kämmereirechnungen, Bd. 1.
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