Full text : Schragen der Gilden und Aemter der Stadt Riga bis 1621

Der  Verfall  der  Ämter  im  17.  Jahrh.  u.  die  Reformbestrebungen.

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gediehen,  obwohl  ihre  Verfassungsverhältnisse  sich  nach  dem  Muster
^igas  richteten,  weniger
In  gewerblicher  Beziehung  hatte  die  schwedische  Bestätigung
^er  städtischen  Privilegien  vorgesehen,  dass  zur  Beförderung  der
Handwerke  nicht  allein  diejenigen,  so  bereits  mit  Amtsgerechtigkeit
^nd  Schrägen  versehen,  bei  dem  Cîebrauche  derselben  zu  schützen
'^ären,  sondern  auch  die  übrigen  Handwerke  gleichergestalt  mit  nütz-^•chen
  Schrägen  und  guten  Ordnungen  zu  versehen  seien  und  alle
Ilöhnhaserei  und  Fuscherei  abgeschafft  werde.  Daher  steht  das
D*  Jahrhundert  unter  der  Herrschaft  eines  übermässig  sich  aus-^(^hnenden
  Zunftzwanges.  Wie  die  nachstehenden  Verzeichnisse
Ausweisen,  nimmt  die  gewerbliche  Thätigkeit  gegen  das  sechszehnte
Jahrhundert  zu.  Es  haben  sich  aus  dem  17.  Jahrhundert  die  Schrägen
Ip^gender,  in  den  früheren  Jahrhunderten  noch  nicht  nachgewiesener
^•^ter  in  Riga  erhalten  :
1619:  Sattler;
1625:  Fuhrleute;
1630:  Buchbinder;
1633'  Rademacher  oder  Stellmacher;
1637:  Drechsler;
1638:  Kunstmahler;
1641:  Töpfer;
1645:  Zinn-  und  Kannengiesser;
1648:  Schwarz-  und  Weissriemer;
1665:  Reepschläger;
1668:  Vier  (iewerbe  (Nadler,  Kupferschmiede,  Glockengiesser,
  (iürtler);
1682:  Klempner  und  Blechschläger;
1685:  Müller;
1685:  Seidenstricker  und  Knopfmacher;
1685:  Loosbecker;
1688:  Corduanbereiter;
1688:  Knochenhauer;
i6(;3:  Büchsenschäfter;
1699:  Posementenmacher.
^  .  I^Inter  der  Annahme,  dass  die  Ämter,  von  deren  Bestand  wir
"^her  erfuhren,  sich  weiterhin  erhalten  haben,  würden  zu  den
Korporationen  am  Ende  des  sechszehnten  Jahrhunderts  die  eben
gemachten,  mit  Ausnahme  der  huhrleute,  18  hinzukommen,
Rckardt,  a.  a.  O.,  S.  71  u.  73.
            
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