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Der Verfall der Ämter im 17. Jahrh. u. die Reformbestrebungen.
Doch hat die gewerbegeschichtliche Ausstellung erwiesen, dass
ausser den genannten, wenn auch die Schrägen oder deren Ab
schriften verloren gegangen sind, zweifellos noch bei nachstehenden
Handwerken (iesellenschaften bereits im 17. Jahrhundert bestanden
haben, nämlich:
bei den Drechslern;
„ „ Fleischern ;
„ „ Glasern ;
„ „ Handschuhmachern ;
„ „ Sattlern.
Aus den Willkommen, Bechern, Löffeln, Laden u. s. w., die
mit Jahreszahlen versehen sind, kurz dem Inventare, das die ein
zelnen Verbindungen ausgestellt hatten, lässt es sich mit Sicher
heit entnehmen k
Auf ziemlich dieselben Handtierungen stösst man in Reval-
Doch treten hier nicht alle (bewerbe, die in Riga Vorkommen, auf:
wenigstens ist nichts von ihrer korporativen (Gliederung bekannt-
Reval eigenthümlich ist das Amt der Mündriche, das schon seit
dem vorigen Jahrhunderte bestand, eine Verbindung der Besitzer
und Führer von Lichterfahrzeugen, die zum Beladen und Entladen
grösserer auf der Rhede ankernder Schiffe bestimmt waren. Ks
haben sich die Schrägen, bezw. Abschriften von folgenden,
früherer Zeit noch nicht bekannten Ämtern erhalten:
1624: Leineweber;
1632: Rad- und Stellmacher;
1637: Maler;
1643: Töpfer;
1650: Drechsler:
1650: Kupferschmiede;
1651: (Glaser;
1651: Tischler;
1657: Corduaner;
1662: Riemer;
1665: Knopf- und Fosamentenmacher;
1665: (Grob- und Hufschmiede;
1668: Kleinschmiede;
1668: Semischmacher und Nestler;
1685: (Gürtler.
1 Katalog der gewerbegeschichtlichen Ausstellung in der St. Johannisgiht®
Riga. 1887.