Full text: Schragen der Gilden und Aemter der Stadt Riga bis 1621

Der Verfall der Ämter im 17. Jahrh. u. die Reformbestrebungen. 
Vorwissen vorgenommen werden. Diese und ähnliche Vorschriften 
gingen auch in den Landtagsrecess für die Neumark aus demselben 
Jahre, in den Special-Revers für die Städte der Neumark vom 
29. Aug. desselben Jahres und in das Edikt vom 4. Juli 1659 über. 
Die geschlossenen Innungen, die heimlichen Preisverabredungem 
der Ausschluss ganzer Klassen der Bevölkerung von der Auf 
nahme in die Zunft — diese und ähnliche Reformen — werden 
hier angestrebt. 
Auch von Seiten des Reichs arbeitete man damals an der 
Abstellung der Handwerksmissbräuche. Die Ansicht, dass eine 
Regelung des Handwerkswesens von Reichswegen erfolgen müsse, 
fand bereits in den Wahlkapitulationen von 1661 Ausdruck- 
So fassten denn im November 1666 die Reichsstände auf Anre 
gung Strassburgs, Regensburgs und Nördlingens ein Konklusu 
über die „bey de7ten Hatidiverkerti e7itstehende7t Insole^itten 
gegen die ordentlichen Obrigkeiten bezeigenden Widerspenstigkeiteft' 
des Inhalts, dass ^^endlich mit bestem I^leiss da/ufi noch ferfter 
laboriren, dainit deuten wider die Reichsko7îstitutio7îen U7td gemeint 
Polizeyordnmig so7iderbar de anno 1^48 und de aitno lys? 
risse7ien UftordnMigen U7id schädliche^i Atifstehen, Schmähung^'^ 
und andern unzulässigen Exzesse^P durch gesammte Verfügung 
des Reichs gesteuert würde. Einstweilen blieb freilich diese An 
regung ohne Erfolg, und erst im April 1667 wurde, durch Öster 
reich veranlasst, welches fürchtete, der Reichstag könne sich nU 
Dingen befassen, die ihm unbetjuem wären, beschlossen demnäch 
über einige Punkte des Polizeiwesens zu berathen, unter deneO 
die Einrichtung der Zünfte und Abschaffung der Missbräuche si 
befand. Im Juli 1669 kamen diese Fragen zur Verhandlung, 
denen der Vertreter Kur-Brandenburgs sich für nichts (geringer 
als Aufhebung der Zünfte aussprach. Diese Forderung 
meisten Staaten offenbar zu radikal und, ohne diese principia 
Seite überhaupt zu diskutiren, beschloss man fürs erste noch me 
Material von den Städten einzusammeln, welcher Art die gerügt^|^ 
Missstände des Zunftwesens eigentlich wären. Diese Beric^|^ 
erstattung zog sich bis zum Mai 1671 hin, und die Berathung^^ 
wurden erst wieder aufgenommen, als am 16. Mai genannten J'tk 
die Reichsdiktatur dem Reichstage einen ,,unvorgreifflichen 
übermittelte, was wegen Abstellung der Handwerker-Missbräu 
in künftigen Reichsabschied zu bringen sei. Jetzt häufte sich ^ 
Zahl derer, welche die Beseitigung der Zünfte für die zwc<^
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.