Die gewerblichen Zustände im i8. Jahrhundert.
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^eren Kloster auf dem Boden des heutigen Steuerverwaltungs
gebäudes gestanden hat, stattgefunden haben. Auch deutet die
^ei Gelegenheit der erwähnten Verhandlungen von 1427—28
’über das Braurecht zwischen den Gilden und dem Rathe in
einer Aufzeichnung gebrauchte Wendung: ^Dyt wart en also
^^igebracht hir over in den a7ideren stoven“ darauf, dass die
kleine Gilde in der Nähe der grossen, vermuthlich ihr gegenüber
sich befand b
Die Versammlungen der Gilde wurden in einem eigenen Hause
^kgehalten, das an der Stelle sich befand, wo heute der von
1864—66 vollendete Neubau steht. Das alte Gildenhaus, dessen
^chon oben Erwähnung geschah, war im Laufe des 17. Jahrhun
derts vernachlässigt und verwahrlost worden, so dass am Ende
desselben — 1694 — ein umfassender Ausbau nothwendig wurde.
Welcher Weise dieser ausgeführt wurde, belehrt uns eine alte
^ildeaufzeichnung aus dem genannten Jahre. In ihr heisst es:
^^ennoch haben die oben gemeldete Aelter J^eut Glicht ufiterlaszen
^^nnen, desz Hauszes sich an zu 7iehmen U7id dasz selbe zu bauen
^^id beszern a7tge/ange7t, I71 dem sie zu erst dasz gantze Dack her
gC7iohme7t, die verfallente Spare7i auszgebeszert 7i7td ga7itz von
^^Ue7i belattet, wie Nett gesim77ies U7td alles, wasz obe7i zu 7nache7t,
^^^fertige7i lasze7t, Negst de77t dasz ga7itze Hausz U7nbher beworffen
auszgebeszert, Inwendig de7t 7nittelste7i Keller, so ga7ttz ei7ige-
^^Ucke7¿ geweszen, von Neuen 7nit Stei7ien auszgeivolbet worde7i,
^^’^gleichen de7t Kuche7t U7id Vorhausz Keller, so ga7itz untauglich
^^d U7iineglich lenger stehe7i kön7te7t, dieselben auffbrechen und
Neuen vo7i Stein gewolbeten Keller wieder machen lassen
heloffen setzen laszen und dabey eine Neue Karner gemacht,
^^^171 die Speiszen auffgegehe7i werde7i. Woru7iter auch ei7i ge-
^^sz(iie7ier ei7ie7i Neue7i auffga7igk gemacht“^. Zu diesen um-
.^^senden Reparaturen kamen noch die Anbringung eines Gitters
*¡1 der Hauptstube, neuer Hausthüren, Kellerthüren, Hofspforten,
Aufrichtung eines neuen Giebels und eines neuen Thors
gehauenen Steinen, „Jo Arf/-
' Das Haus der St. Johannisgilde. S. 4- Rißrasche Stadtblätter 1832. S. 380.
Das Haus der St. Johannisgilde. Riga 1887. S. 4—5*