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Die gewerblichen Zustände im i8. Jahrhundert.
die Kürschner 1771;
„ Loh- und Rothgerber 1774.
Unter den uns bereits bekannten Ämtern erfahren eine Bestä
tigung ihrer Schrägen, bezw. erhalten Zusätze zu denselben:
die Tischler 17^35
„ Leineweber 1724;
„ Gold- und Silberarbeiter 1742;
„ Grob- und Kleinschmiede 1745;
„ Schneider 1774!
„ deutschen Maurer 1776;
„ Schuster 1776.
Von Verbindungen der Gesellen erfahren wir wenig. Da di
Ämter, wie weiter unten gezeigt werden soll, durchschnittlich a
wenige Meister hatten, so wird im Ganzen auch die Zahl der Ge
seilen eine kleine gewesen sein, und wird sich daher kein Bedürfm
zur Errichtung eines sich selbständig gegen die Meister abschhessen^
den Verbandes gezeigt haben. Es lassen sich Gesellen-Rollen nuf
nachweisen bei den
Sattlern 1732;
Töpfern 1730;
Hutmachern 1762. ^
Noch geringere Spuren haben sich von den undeutschen Amter^
erhalten. Da es „deutsche Maurer“ und „deutsche Weber“
werden nothwendigerweise auch Ämter derselben Art von
sehen errichtet anzunehmen sein. Indess hat sich deren Schräg ^
nicht erhalten. Wir wissen nur, dass das Amt der undeutsche^
Fischführer 1775 sich seinen Schrägen neu bestätigen lässt,
die undeutschen Fischer oder Wadenkerle 1778 einen eigene
Schrägen erhalten. Nach den Eingangsworten dieses l’^ivi
scheint es sich hierbei auch nur um die Wiederbelebung eines bere»^^
länger bestehenden Amtes gehandelt zu haben, denn es wird
hingewiesen, dass das Amt der Fischer in neueren Zeiten mit
Amte der undeutschen Fischführer sich verbunden hätte und, ^
hieraus Unordnung sich ergeben hätte, der Rath es für seine A^
Pflicht gehalten habe die „vorigen alten Fischordnungen“ zu u ^
sehen und zu prüfen. Es wird demnach der ältere Schrägen,
viele andere, verloren gegangen sein. ^
Alle diese Handwerksämter standen in Riga wie schon im vorig
Jahrhundert zum Theil unter dem Drucke mangelnden Erwe
Die grossen Kosten, die der Eintritt in das Amt bedang, stürz