starke Verschiebung aber auch in der Struktur der Unternehmungen
und der ganzen Gestaltung unserer Volkswirtschaft durch das Arbeiten
auf Vorrat. Der menschliche Unternehmungsgeist schuf neue, früher
nicht gekannte Bedürfnisse. Großunternehmer boten Tausenden von Ar⸗
beitskräften Gelegenheit zu neuartiger Betätigung. Die Arbeitsteilung
löste die einzelnen Berufe in eine Vielzahl von Tätigkeiten auf. Das
führte einerseits zu einer gewissen Einseitigkeit, andererseits aber auch
zu einer Fülle neuer Entwicklungsmöglichkeiten. Die treibende Kraft
für die Durchsetzung der ganzen Volkswirtschaft mit den Errungen—
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ternehmertum. Professor Ernst Horneffer nennt die Unternehmer
daher treffend die „verkörperte Willenskraft der Volkswirtschaft“.
Und wenn wir nach dem Umsturz und Zusammenbruch von 1918 nicht
das tateufrohe, elastische Unternehmertum gehabt hätten, so wäre mit
der Politik auch die Wirtschaft zusammengebrochen.
Bedeutungsvoll ist es, daß die großen Unternehmernaturen sehr
häufig aus den kleinsten Verhältnissen hervorgegangen sind und her—
vorgehen, aus dem Arbeiter⸗ und aus dem Handwerkerstand. Das wird
von den Sozialisten verschwiegen, weil es nicht in ihre Irrlehre vom
unversöhnlichen Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit paßt. Aller—
dings sind große Unternehmernaturen selten, wie große Männer auf
allen Gebieten, aber diese wenigen wirken vorbildlich und geben der
ganzen Wirtschaft neue Impulse. Es ist daher nichts widersinniger
als das Wüten großer Teile der sozialistischen Führer gegen der—
artige Männer.
Was veranlaßt nun den Unternehtner zu seiner Unternehmung?
Wir haben gesehen, daß der Unternehmer sein Vermögen und seine
Existenz aufs Spiel setzt, daß er also eine Sorge auf sich nimmt, die
ihn nie verläßt, ob er sich innerhalb oder außerhalb seines Betriebs
befindet. Er genießt daher auch keine Beschränkung seiner Arbeitszeit.
Es müssen starke Antriebe vorhanden sein, die ihn zum Unternehmen
veranlassen, trotz dieser Schattenseiten des Unternehmerdaseins. Diese
Triebe sind einmal die Freude am selbständigen, freien, selbstverant⸗
wortlichen Schaffen, der Drang nach wirtschaftlicher Unabhängigkeit
und Freiheit von fremder Bevormundung und das Streben nach Ge⸗—
winn. Die Freude und der Drang zum freien, verantwortlichen Schaf—
fen sind leider nicht weit verbreitet, bei uns in Deutschland haben sie
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